Mit dem neuen Einfuhr-Bewilligungsverfahren, der JEIA-Anweisung Nr. 29, soll der Import von Waren, die für die deutsche Exportproduktion und den innerdeutschen Bedarf wichtig sind, erleichtert und beschleunigt werden. Wichtiges Faktum des Verfahrens ist, daß die Entscheidung, welcher Importeur die Ware erhält, in Zukunft dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden muß. Vergeblich suchte die deutsche Verwaltung dies zu hindern, nicht so sehr, weil sie auf die Freuden des Verteilens nicht gern verzichtete, auch nicht nur auf Betreiben der Fachimporteure, die ein bequemes Monopol entschwinden sahen – es gab durchaus sachliche Argumente: zwischen einer starr marshall-gelenkten und immer noch beschränkten Einfuhr and einer deshalb auch in Zukunft nicht voll versorgten Wirtschaft eine Sphäre des catch as catch can zu schaffen, hieß das nicht Korruption, Fehllenkung wichtiger Rohstoffe, Hortung, Preiswillkür geradezu herbeirufen? Trotz dieser Bedenken wird das neue Verfahren am 28. Februar in Kraft treten.

Importplanung ohne uns

Die Importplanung bleibt deutschem Einfluß entzogen. Das Central Commodity Budget Office (CCBO) wird vierteljährlich festsetzen und bekanntgeben, wieviel von jeder Ware eingeführt werden darf. Jeder ist berechtigt, bei einer der 170 Außenhandelsbanken einen Importantrag einzureichen; jeder Zahnarzt, wie Mr. Cahan sagte, kann Tee importieren. Die Banken werden CCBO fragen, ob für die betreffende Ware noch Devisen zur Verfügung stehen, und werden, wenn dies der Fall ist, die Genehmigung ausstellen. Die zeitliche Reihenfolge entscheidet – first come first served. Eine bescheidene Sicherung gegen Monopolbildung: kein einzelner Importeur darf mehr als ein Fünftel einer Warenquote für sich allein in Anspruch nehmen.

Die Bedenken gegen dies Verfahren sind erheblich. Sind wir nicht zu arm, um statt der günstigsten Offerte den schnellsten Käufer berücksichtigen zu können? Wird die alle drei Monate massierte deutsche Nachfrage uns nicht zwangsläufig zu ungünstigen Preisen kaufen lassen? Werden, in der Zeitspanne zwischen Festsetzung und Bekanntgabe der Kontingente, in den Wandelgängen der Behörden nicht die findigsten Hunderttausende verdienen? Ist das Personal der Banken dem Ansturm gewachsen? Dies sind einige von den Fragen, die man mit Recht dem neuen Verfahren entgegenzuhalten hat.

Tauziehen um Warengruppen

Nun, das Verfahren wird in Kraft treten, und es soll im Laufe weniger Monate fast auf die ganze Einfuhr angewendet werden. Am 1. März aber wird es, wie die Kundigen glauben, kaum mehr als 15 bis 20 v. H. der Warengruppen erfassen, zunächst wohl nur Erzeugnisse, bei denen die Nachfrage das Angebot nicht wesentlich übersteigt. Das aus Vertretern alliierter und deutscher Behörden zusammengestzte Import Advisory Commitee (IAC) soll entscheiden, welche Waren welchem Verfahren unterliegen werden – hoffenlich erst nach dem Anhören von Fachleuten. Man darf wohl davon ausgehen, daß die nächsten Monate ein munteres .Tauziehen bringen werden: auf der einen Seite die Verfechter des neuen Prinzips, auf der anderen Seite, in bunter Reihe, Lenkungsfreunde, Fachimporteure, protektionistisch gesonnene Industrien ...

Die Hilfestellung der USA