Veranlaßt durch die hohen Exportpreise, ist – wie es scheint – mehr deutscher Schrott nach dem Ausland verkauft worden, als geliefert werden kann. An den Besuch der amerikanischen Schrott-Kommission in Europa und in Deutschland vor Jahresfrist knüpfte sich eine ergebnislose internationale Erörterung über die Frage an, wieviel Schrott die Doppelzone zu exportieren in der Lage sei. Die Erhöhung der Ausfuhr- und Inlandpreise für Schrott sowie die Währungsreform steigerten das monatliche Aufkommen ganz erheblich, das vorher etwa 60 000 bis 70 000 t chargierfähigen Materials betragen hatte. Die schnelle Zunahme der deutschen Eisenerzeugung erhöhte gleichzeitig den deutschen Schrottbedarf entsprechend.

Der inländische Bedarf wird zur Zeit mit ungefähr 200 000 t im Monat angenommen. Da das monatliche Aufkommen: auf 300 000 bis 325 000 t geschätzt wird, ständen für die Ausfuhr etwa 100 000 bis 125 000 t zur Verfügung. Auf Grund der abgeschlossenen Verträge müßte jedoch die doppelte Menge ausgeführt werden,

Wenn die JEIA Verträge über Schrottexporte genehmigt, muß sie der Meinung sein, daß in den beiden Westzonen noch weit mehr Material als bisher aufgebracht und für das Ausland freigemacht werden könnte. Die deutsche Sennenwirtschaft ist allerdings anderer Meinung, die sie auch in Besprechungen mit der VfW. zum Ausdruck gebracht hat. Es war besonders in der Nachkriegszeit stets sehr schwierig, einigermaßen zuverlässige Zahlen über die vorhandenen Schrottbestände und das mögliche Aufkommen zu erhalten, wodurch falsche Beurteilungen und Verstimmungen, besonders im Ausland, hervorgerufen worden sind. Hoffentlich bringt das von dem Schrotthandel angeforderte Gutachten neutraler Schrottchverständiger eine Klärung und damit eine Beseitigung der bestehenden Differenzen, ehe sie sich zu besonderen Schwierigkeiten auswachsen. J. Sch.