Wer hätte es denn gedacht: die "aufrechten, nordischen Germanen" sind wieder da! Sie ergreifen die Luren, um den anderen den Marsch zu blasen. Und schon haben sie ihre Gegner "halbslawische Preußen" genannt. So geschehen in der "Südschleswigschen Heimatzeitung" zu Husum, die der "Südschleswigschen Wähler-Vereinigung" nahesteht. Wer aber sind ihre Gegner? Etwa die alten "Pruzzen"? Insofern kann man von einem gewissen Pech sprechen, als der von ihnen besonders angegriffene Oberpruzze, der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Lüdemann, mit seinem Charakterkopf und mit seinem Barte einem echt germanischen Wotan äußerlich wahrlich mehr ähnelt als jedem anderen heidnischen Götterbilde. Man kann bei den Husumer Heimatzeitungsmachern also auch hinsichtlich ihrer eigenen Ideologie von einer gewissen Begriffsverwirrung sprechen. (Der Schleswig-Holsteinische Presseverband hat sich übrigens in einer Stellungnahme gegen diese Sorte von Zeitungsmacherei ausgesprochen; sie wollen mit Recht keine Lurenbläser an den Rotationsmaschinen.) Freilich, es wird den Preußen, soweit vorhanden, kaum etwas ausmachen, wenn man sie als halbslawisch tituliert. Die Karte der Rassenwahnformel sticht nicht mehr. Es ist nur interessant, auf was manche sogenannte "Politiker" spekulieren. -us