Die Doppelzone ist für das Ausland – soweit es den Außenhandel angeht – schon lange ein "Hartwährungsland". Aber diese Tatsache ist lediglich das zweifelhafte Verdienst der Dollarklausel und nicht etwa das Verdienst des Härtegrades der D-Mark. Das beweist die Spanne zwischen dem offiziellen D-Mark-Kurs von 30 Dollarcent und den freien Notierungen in New York, Zürich, Basel und schließlich auf dem deutschen Schwarzmarkt; Kurse, die in der Vergangenheit einen aufmerksamen Beobachter manchmal bedenklich stimmen konnten.

Nun aber scheint sich seit Wochen auf eben diesen Börsen die D-Mark zu "erhärten". Die Auslandskurse unserer Währung haben gerade jetzt einen neuen Höhepunkt erreicht. Die neueste Meldung lautet! in Zürich wurden 100 D-Mark für 58 Schweizer Franken gekauft und für 62 Franken verkauft, der Baseler Kurs lag sogar mit 60 bezw. 65 Schweizer Franken noch höher als in Zürich. Auf Dollar umgerechnet, sehen die Notierungen folgendermaßen aus:

Eine erfreuliche Entwicklung, wenn man bedenkt, daß 100 D-Mark bei ihrem Tiefstand am 20. November 1948 in Zürich nur 18 Schweizer Franken erreichten und auch bei der ersten offiziellen D-Mark-Notierung in New York am 18. Januar 1949 nur 7,50 bezw. 7,60 Dollar einbrachten. Der freie Kurs der Deutschen Mark beträgt demnach heute bereits zwischen 44 und 55 v. H. des offiziellen Kurses. Ein Menetekel für den schwarzen Export! Der unkontrollierte Abfluß von Volksvermögen ins Ausland wird von zwei Seiten in die Zange genommen: die stärkeren Überwachungsmaßnahmen gegen die schwarzen Exporte drosseln das D-Mark-Angebot und tragen damit zur D-Mark-Hausse bei, während umgekehrt der Anstieg des D-Mark-Kurses den Anreiz zu schwarzen Exporten schwächt. N.