Um das Thema Mutterliebe und Mutterleid sind schon einige Filme gedreht worden: das deutsche Publikum wird sich an die "Mutterliebe" mit Käthe Dorsch oder an den deutsch-, italienischen Film "Mutter" und die Stimme Benjamin! Giglis erinnern. Die Filme, die sich in diesem Genre bewegen, schienen bisher um eine faustdicke Sentimentalität nicht herumzukommen; ohne schluchzende Zuschauer war da nichts zu machen. – Um so wohltuender wirkte daher der englische Eagle-Lion-Film "Kampf um Jimmy", der in Hamburg (Atrium-Theater und Kammerlichtspiele) zur deutschen Erstaufführung gelangte. Einfache Menschlichkeit läßt die am ihr Kind kämpfende Mutter hier echt – das heißt: bei aller Empfindung. gefühlsecht – erscheinen. Nicht zuletzt ist das allerdings das Verdienst der großartigen Patrizia Roc, einer der bemerkenswertesten künstlerischen Erscheinungen aus den Rank-Ateliers, die ihre schauspielerische Eindringlichkeit durch sparsame Zurückhaltung in Gesten und Ausdruck erreichte. Die Regie dieses sehenswerten Films hatte Lawrence Huntington.

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Schuld allein ist der Wein" nennt die Pontus Film ihren ersten Lustspielfilm, der nach dem Bühnenstück "Schweinefleisch in Dosen" gedreht worden, und nun in Hamburg (in den Harvestehuder Lichtspielen) zu sehen ist. – Nun, man hat nicht den Eindruck, daß der Wein beim Regisseur und Drehbuchautor Fritz Kirchhoff irgend etwas "schuld" gewesen ist: denn der "rheinische Humor", den er in diesem Film entwickelt (die Handlung spielt in einem rheinischen Dörfchen zur Zeit der Spätlese), fließt so schwerfällig, daß er eher aus dem Genuß vergorenen Apfelsafts, als aus Rheinwein entstanden sein könnte. Vergeblich sucht man rheinisches Tempo, rheinischen Schwung, rheinischen Scharm! Dazu kommen noch die vergeblichen Versuche der Darsteller, im rheinischen Dialekt zu reden, die einfach eine Zumutung sind. P. Hühnerfeld