Über zwei, sehr interessante Dinge dringt nicht viel in die Presse der französischen Zone: über die Frage der ungelösten Rheinschiffahrtsprobleme, und über das Kohlenhandelsmonopol. Beide sind unbeschränkt französisches Einflußgebiet mit entsprechenden Kapitalinteressen geworden. Nur Geschehnisse am Rande dieser „Tabu“-Themen kommen an die Öffentlichkeit.

Das war der Fall, als kürzlich Dr. Eichenlaub – seine Demission als Direktor des Schiffahrtsamtes Mittelrhein erklärte. Kein anderer als General König hatte ihn in dieses Amt berufen. Seine Berufung war von vornherein umstritten. Fachlich, weil Eichenlaub von Haus aus Journalist ist, politisch, weil die Parteien, insbesondere die SPD, diese Ernennung durch die Militärregierung in den Zusammenhang mit für Deutschland ungünstigen Zielen gewisser französischer Kreise brachten. Eichenlaub war längere Zeit von den Franzosen als kommissarischer Regierungspräsident der Pfalz eingesetzt worden und wurde damals bereits von verschiedenen Seiten schwer angegriffen. Jetzt heben die Pressestimmen hervor, daß Eichenlaub „auf den Schwertern“ der Militärregierung in sein Amt eingezogen sei. Allein die Kürze seiner Amtsdauer begründet anscheinend unter diesen Umständen, daß Dr. Eichenlaub nun „ohne Eichenlaub“ ausscheiden mußte. Schuld daran hat, so erklärt er, die Unmöglichkeit der Koordinierung der Ansichten der französischen Militärregierung mit denen der Landesregierung in Fragen der Rheinschiffahrt. go.