Über die Automobilindustrie in der UdSSR sind nur sehr wenig authentische Nachrichten zu erhalten. Seit ihren Anfängen zeigt sie eine große Abhängigkeit von ausländischen Typen. Das Schwergewicht liegt in der Produktion von Lastwagen. Von jeher wurde in Rußland eine möglichst geringe Zahl verschiedenerModelle in der Massenproduktion angestrebt. Zusammen mit den 375 000 Lastwagen und 51 000 Jeeps, die Rußland durch das Leih- und Pachtgesetz erhielt, beträgt der Anteil der Lastwagen etwa 95 v. H. des gesamten Motorfahrzeugbestandes. Nahezu zwei Drittel der in Rußland hergestellten Last-, wagen sind 1 1/2–2-t-Lkw. der Marke GAZ aus den Gorki-Werken, ein Drittel 2 1/2–3 1/2-t-Lkw, der Marke ZIS von Fabriken in Moskau, und weniger als 2 v. H. werden als 5- bis 8-t-Lkw. YAAZ in Jaroslawa produziert. Insgesamt hofft man, selbst auf weite Sicht, mit ungefähr 50 verschiedenen Modellen für den Bau von Personenwagen, Lastwagen, Omnibussen, Traktoren, Panzerwagen und Militärfahrzeugen auszukommen, bei denen nur zehn Motortypen, elf Getriebearten und sechs verschiedene Kupplungen verwendet werden sollen. In Wirklichkeit ist diese Beschränkung heute noch enger.

Als wichtigste Unterlagen der russischen Autoproduktion dienen Konstruktionen von Buick, Rat, Ford, GM-Diesel; Hercules und Packard. Der Personenwagen ZIS 101 weist eine Leistung von 90 PS auf gegenüber seinem Vorbild, dem Blick, mit 113 PS. Der ZIS 110 hat 140 PS, dagegen das Original (Packard) 160 PS.

Nach dem gegenwärtigen Fünfjahresplan sind sehr große Erweiterungen der GAZ-, ZIS- und Jiroslawa-Werke, sowie Neuerstellungen in Mnsk, Kutaisk und in der Ukraine vorgesehen, de im Jahr 1950 zusammen eine Kapazität von 750 000 Einheiten ergeben sollen. Obwohl Rußland seit 1916 Automobilfabriken besitzt und schon nach 1924 Fahrzeuge – es waren 1 1/2-t-Lkw. – herstellte, brauchte die Massenproduktion in den Jahren 1928 bis 1932 die Hilfe ausländischer Industrien. Die Fabrik GAZ in Gorki wurde unter Kontrakt mit der Austin-Companie und technischer Hilfe der Ford-Motor-Co. erstellt. Die Kapazität erreichte im Jahre 1937 insgesamt 140 000 Einheiten. Die zweitgrößte Fabrik AMO in Moskau, später ZIS- oder Stalin-Werk genannt, wurde bis 1931 mit Hilfe der amerikanischen Autocar Co. erneuert und erweitert. Für die Herstellung verschiedener Einzelteile und Zubehör wurden gleichzeitig 30 Fabriken neu gebaut oder modernisiert. –er.