Die Entschließung der sowjetischen Schriftsteller, für April die Einberufung eines Weltfrieden-Kongresses zu fordern, könnte erfreulich wirken. Aber sollte es sich wirklich um etwas Ernsthafteres handeln als um eine neue Variation auf der Kreml-Schalmei, die bekanntlich nach Bedarf „Weltrevolution“ oder „Weltverbrüderung“ bläst? Sollte es tatsächlich in der Sowjetunion noch so etwas geben wie die selbständige Meinungsäußerung aufrichtiger Friedensfreunde „ungeachtet ihrer Rasse, Religion und politischen Oberzeugung“? Dem Wortlaut der Entschließung nach zweifellos ja – und sogar nur in der Sowjetunion!

Doch da entdecken wir unter dieser Entschließung neben etwa 50 anderen auch den Namen Ilja Ehrenburg. Und dieser Name allein genügt, um uns stutzig zu machen. Gerade für uns ist Ilja Ehrenburg ein Programm, leider nicht der Liebe, sondern des Hasses. Man wird einwenden, seine Gesinnung könne sich gewandelt haben. Mag sein; denn auf den Gesinnungswandel verstand sich diese „journalistische Allerweltsdirne“ – wie Lenin ihn charakterisierte – immer schon ausgezeichnet. Wir aber haben ihn in Erinnerung als den Kriegsberichter, der den sowjetrussischen Soldaten die deutschen Frauen als Beute versprach, ein Versprechen, das genauestens eingelöst wurde. Ilja Ehrenburg ist der Mann, der darüber hinaus zum Vernichtungskampf gegen das gesamte deutsche Volk aufgerufen hat. Er prägte das Wort: „In Deutschland sind nur die Hunde und die ungeborenen Kinder unschuldig!“ Und die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion würden, wenn es nach ihm ginge, praktisch nie zurückkehren: „Wir werden sie 10, 15, 20 und, wenn es sein muß, 30 Jahre zurückbehalten.“

Wir wären gewiß die ersten, die einen wirklichen Weltfrieden-Kongreß vorbehaltlos begrüßen würden. Aber in diesem Falle trauen wir dem Frieden nicht. Legen wir deshalb die Entschließung der sowjetrussischen Schriftsteller zu den Akten. oka.