Die Schweizer D-Mark-Notierungen sind eine delikate Angelegenheit – delikat in doppelter Beziehung. Delikat und schmackhaft für den Schweizer Wertpapiermarkt, der die deutschen Noten zu einem vergleichsweise niedrigen Kurs verfrühstückt, und delikat wegen der schwarzen Herkunft der gehandelten Noten. Trotzdem haben wir uns daran gewöhnt, in den Auslandsnotierungen der D-Mark ein zuverlässiges Barometer für den inneren Wert unserer Währung zu erblicken, ohne zu bedenken, daß es sich vielfach um die Zufallspreise eines nur sehr engen Marktes handelt.

Schon kleine D-Marksummen, plötzlich auf den Markt geworfen, können in Zürich und Basel den Kurs ins Wanken bringen, ohne daß sich das Qualitätsverhältnis der gegeneinander gehandelten Währungen verschoben hätte.

Eine gewisse Übersättigung des Schweizer D-Mark-Marktes scheint gerade jetzt eingetreten zu sein. Mit dem hohen Kurs von 62 Schweizer Franken für 100 D-Mark, noch vor drei Wochen notiert, ist es vorläufig vorbei. Der neue Kurs scheint sich zwischen 43 und 52 Franken einzupendeln. Die letzte Notierung lautet: in Zürich 48 bzw. 52 Schweizer Franken für 100 D-Mark, in Basel 43 bzw. 52 Franken. Der Tiefstand dieses Monats war am 14. März mit 43 bzw. 44 Franken für 100 D-Mark erreicht gewesen. Auch der New Yorker Kurs der D-Mark hat seinen in den letzten Februartagen gewonnenen Glanz eingebüßt. Immerhin ist er bereits wieder auf 13 Dollar geklettert. Tendenz: weiter ansteigend. Auch die Schweizer D-Mark-Kurse zeigen wieder steigende Tendenz. Ein Beweis, daß das „Loch im Süden“ vorübergehend einmal wieder etwas enger zu werden verspricht. N.