Für die Tschechoslowakei waren vor dem Kriege die köstlichen Karlsbader Oblaten ein nicht unwesentlicher Aktivposten im Außenhandel. Sie wurden in allen Ländern der Erde geschätzt. Viele Jahre mußten auch wir sie missen-Und jetzt kamen die ersten Oblaten wieder zu uns. Allerdings nicht mehr aus Karlsbad; nun tragen sie das Bild des Festspielhauses und stammen aus Bayreuth.

Ihr Hersteller wurde nach dem Kriege aus Karlsbad ausgewiesen. Als einziges Gepäck, das ihm nicht genommen werden konnte, trug er das sorgsam gehütete Familienrezept zur Herstellung seiner weltberühmten Karlsbader Oblaten bei sich. Aus einem Flüchtlingsbetrieb, den Willi Wolf in Bayreuth 1947 gründete, ist heute mit einer Monatsproduktion von 800 000 Stück die größte deutsche Oblatenfabrik geworden. Nun wird Bayreuth die Oblaten-Tradition von Karlsbad fortsetzen; die ersten Aufträge aus Großbritannien und Frankreich liegen schon vor. ww.