Neben dem Denkmal, das den schlafendenLöwen zu den Füßen eines Mannes mit ungebügelten Hosen zeigte, der mit keinem Ausdruck verriet, warum er hier aufgestellt worden war, befand sich das kleine Kaffeehaus, in dem ich soeben gegessen hatte.

Nichts macht uns in einem fremden Lande, in einer fremden Stadt die Fremdheit mehr fühlbar als ein Denkmal für jemand, von dem man nichts weiß.

Ein Flugzeug nietete lärmend den Himmel über mir.

Ich kannte den Mann nicht genau, mit dem ich in diese Stadt gekommen war. Ich hatte ihn hinter der Grenze, im Zuge, kennengelernt, als er aus dem Fenster weisend, sagte: „Am Sonntag haben viele Mädchen zerrissene Halsketten.“

Ich glaubte ihn nicht recht verstanden zu haben, da ich die Sprache seines Landes nur sehr mangelhaft beherrschte, und antwortete: ‚Oh!“ Er aber fuhr fort zu erzählen, schnell, mit fließenden Gesten, und ich verstand kein Wort von all dem, was er sprach. Aber ich legte es mir, dann und wann zustimmend, so zurecht, daß er draußen eine Szene beobachtet hatte, die er mir darstellte.

Gegen Abend durchfuhr der Zug die Vorstadt und glitt an Höfen vorüber, in denen ans der Dämmerung trocknende Hemden müde winkten. Die Nacht verbrachte ich in einer billigen Pension, zu der mich ein Bahnbeamter gewiesen hatte, in der Nähe des Bahnhofs. Ein ungekämmtes Mädchen, das „Sita“ gerufen wurde, hatte mir ein kahles, kleines Zimmer zugewiesen

Eine Taube setzt sich auf den schlafenden Löwen, eine andere auf die Schulter des unbekannten Mannes. Einige Leute sehen mich vor dem Denkmal stehen, verwundert über den Fremden. Die Taube auf dem Löwen putzt sich. Dann steckt sie den Kopf unter den Flügel. Die Sonne scheint. Es wird warm.