Die Molyneux-Kollektion steht im Zeichen der Epoche Ludwigs XV. In den klassisch einfach geschnittenen Kostümen, deren Jacken etwas länger und deren Röcke etwas kürzer als im Vorjahr sind, drückt sich dieser Einfluß in den leicht abstehenden, großen, oft mit doppelten Aufschlägen versehenen Taschen aus. Die Jackenform ist eine modernisierte Abwandlung des „habit à la française“. Harmonisch abgerundete Revers bringen die Achselkurve zur Geltung.

Der Rockteil des Sportkleides ist oft doppelt. Diese beiden Röcke sind aus dem gleichen Material, der untere ist eng, der obere flattert. Eine sichere kokette Haltung wird dadurch erzielt, daß die Trägerin dieser Modelle die Hände in die seitlich eingeschnittenen Taschen des „Unterockes“ stecken kann, indem sie den Oberrock auseinanderrafft.

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Robert Piguet, der seine Grundlinie „Serpentine“ nennt, zeigt sehr „normal“ anmutende Modelle. Zuerst werden im Rücken oder seitlich geknöpfte Mantelkleider vorgeführt, bei denen jede Frau das Gefühl hat, daß sie ihr gut stehen würden. Dazu trägt man kurze Paletots aus gleichem oder abstechendem Stoff. Dann folgen kleidsame Kostümchen, sogenannte „petits tailleurs mit freundlichen Piquéaufschlägen. Die Nachmittagskleider sind raffiniert und phantasievoll. Der Körper wird in komplizierten Drapierungen und asymmetrischem Zickzack (daher der Name „ligne serpentine“) in den weichen Stoff gehüllt; flatternde Schurzteile unterstreichen die schlanke Silhouette. Die für den Schritt absolut erforderliche Weite wird rückwärts eingelegt durch Plissées, Falten oder Glocken. Weniger vorteilhaft sind die vorne geschlossenen und, rückwärts ausgeschnittenen Kleider, die unwillkürlich fürchten lassen, das Mannequin hätte in der Eile das Modell verkehrt angezogen.

Gres bleibt auch in diesem Jahre seinem alten Stil treu. Die Silhouette ist immer weich und harmonisch. Die Kleider erinnern in ihrer kunstvollen, oft seitlich gerafften Drapierung an indische Saris oder griechische Gewänder. Häufig werden Schärpen verwendet, die abwechselnd um die Taille oder die Schultern getragen werden können. Lose, vor allem im Rücken sehr weit geschnittene Mäntel werden nicht geknöpft, sondern offen getragen. Außerdem sieht man viele Capes und Pelerinen.

Das Resumé dieses anstrengenden Flanierens durch die Pariser Modeateliers: Die Pariserin hat in diesem Frühling mehr Möglichkeiten als im vergangenen, eine> persönliche Notezu tragen. Sie kann graziös und weiblich erscheinen, ohne in Verdacht zu kommen, sie ginge schnurstracks auf einen Maskenball.