In allen Landesteilen der Westzonen stehen den Kraftfahrern jetzt wieder ortsfeste – und seit dem 1. April auch fahrbare – Prüfstände des Deutschen Benzol-Vertriebes zur Verfügung. Das Autofahren dürfte damit wieder um einige Grade sicherer und bequemer geworden sein. Vor allem aber sparsamer. Und das ist ein wesentliches Moment bei dem Bemühen, jeder Vergeudung im Kraftverkehr energisch zu Leibe zu rücken. In einer Zeit, da Luxus in Deutschland weniger denn je angebracht ist, muß mit den überalterten Resten unseres Kraftwagenbestandes und den kleinen Zuflüssen an Reifen, Öl und Kraftstoff soviel wie möglich für den allgemeinen Aufbau geleistet werden. Jede Vergeudung ist verwerflich. Trotzdem bildet die Vergeudung im deutschen Kraftverkehr heute leider nicht immer eine belanglose Ausnahme. Sie erfolgt dabei keineswegs aus Gleichgültigkeit, vielmehr handelt es sich meist darum, daß die Notwendigkeit, unter allen Umständen fahren zu müssen, Behelfslösungen jeder Art erzwingt.

Bei unseren meist vernachlässigten und alten Kraftfahrzeugen muß man zunächst beim Motor anfangen, mit dem Ziel, recht viele Nutzkilometer mit möglichst wenig Brennstoff fahren zu können. Als erfolgreichstes Mittel für diesen Zweck kann hier der Prüfstand angesehen werden.

Der Kraftstoffverbrauch wird bei den meisten Fahrzeugmotoren durch den Vergaser eingeteilt, dessen Regulierung die Hauptaufgabe des Prüfstandes bildet. Heute muß der Prüfstand-Ingenieur sich erst einmal davon überzeugen; ob der Vergaser überhaupt zu dem betreffenden Motor einigermaßen paßt oder passend zu machen ist. Der Vergäserbau ist – nicht nur in den amerikanischen Modellen – heute leider erheblich überentwickelt. Aber gerade die verzwickte Automatik der Vergaser läßt Störungen leicht auftreten und – für den Nichtspezialisten – schwer beseitigen. Daraus ergibt sich, daß der Prüfstand-Ingenieur Feinmechaniker und Thermodynamiker, Kraftstoff-Chemiker und Automonteur zugleich sein muß Er diskutiert. nicht langatmig über „leistungserhöhende und ersparnisbringende“ Zusatzmittel, Wasserzusatzgeräte oder Auspufftöpfe, sondern er führt exakte Messungen durch, wodurch seine Maßnahmen automatisch kontrolliert und seine Ratschläge an Ort und Stelle praktisch verwirklicht werden.

Bei der Prüfung des Kraftstoffverbrauchs unter verschiedensten Bedingungen stellen sich aber auf dem Prüfstand noch weitere wunde Punkt: heraus, wie z. B. verstopfte oder verklemmte Auspuffanlagen, schleifende Bremsen, kranke Kerzen, undichte Ventile, rutschende Kupplungen und manchmal sogar falsche Getriebe. Häufig sind taumelnde Räder mit ihrem großen „Gummiappetit“ und ihrer Gefährdung der Fahr- und Bremssicherheit zu beanstanden. Aber auch Rahmenbrüche, abgerissene Gummiaufhängungen des Motors, resonierende Gestänge und Bleche und selbst lose Verschraubungen werden beim Laufen des Wagens auf den Silumin-Trommeln des Prüfstandes unweigerlich entdeckt. Viele dieser Fehler lassen sich nicht mit einem Griff in Ordnung bringen und müssen nach ihrer Feststellung als dringliche Reparaturen Von einer Werkstatt behoben werden. Ein vom Prüfstand mitgegebenes „Attest“ über die festgestellten Mängel erleichtert jeder Werkstatt diese Arbeit.

Die Prüfstände sind für den Kraftfahrer wichtige technische Helfer bei der Überwindung der Kraftstoff- und Fahrzeugnöte unserer Zeit. Die deutsche Kraftfahrt kann mit der Ausnutzung aller durch die Prüfstandarbeit gegebenen Möglichkeiten einen weiteren Beweis dafür antreten; daß gerade von der technischen Seite her das zur Zeit Mögliche getan wird, um, jeder Kraftstoff Vergeudung entscheidend Einhalt zu gebieten ff.