Die Vorliebe für Themen aus der alten russischen Literatur hat eine neue, sehr bläßliche Blüte in dem Film getrieben, an dem sich der Schauspieler Kurt Meisel zum ersten Male als Filmregisseur versucht. Ein beinahe typischer russischer Stoff, der zudem durch ein sehr schwerfälliges, erstaunlich konventionelle Mittel strapazierendes Drehbuch noch kompliziert ist, dient, ohne jegliche Beziehung zu einem gegenwärtigen Problem und ohne besondere filmische Kunst zur Darbietung vor allem des eigenartigen Reizes der Joana Maria Gorvin. Um dieser Darstellerin willen, die Fehlings Berliner Inszenierungen des „Urfaust“ und der „Fliegen“ in die allererste Reihe der deutschen Gestalterinnen stellten, bleibt dieser Film mit dem ebenso anspruchsvollen wie kintopphaften Titel „Tragödie einer Leidenschaft“ keine ausschließlich nutzlose Bemühung. Wenn er gut ist, dann höchstens als photographierte Literatur. Die aber erscheint am Berliner Kurfürstendamm (wo das Marmorhaus die Uraufführung herausbrachte) nur dann am Platze, wenn sie wenigstens die dichte Atmosphäre jener vergangenen Zeit mitbringt. Diese „Tragödie“ jedoch erscheint wie ein Film von 1926. K. W.

Gegen die Verleihung des „Oskars“ von 1948 an den englischen Schauspieler Lawrence Olivier für seinen „Hamlet“ protestierten fünf amerikanische Filmproduzenten und verweigerten weitere Zahlungen.