Die Außenminister der drei westlichen Besatzungsmächte unterzeichneten in Washington ein Abkommen über Westdeutschland. Das Besatzungsstatut, das dem Parlamentarischen Rat überreicht wurde, sieht eine Kontrolle über fast jede Phase des deutschen Lebens vor, die merkbaren Einfluß oder irgendwelche Auswirkungen auf andereStaaten haben könnte. In internen Angelegenheiten haben die drei Mächte den Deutschen mit dem Besatzungsstatut weitgehende Befugnisse zugestanden.

Nach dem Abschluß des Washingtoner Dreimächteabkommens sagte Außenminister Schuman, das neue Abkommen sei mit einer Viermächtezusammenarbeit zu vereinbaren. Außenminister Bevin betonte, die Sowjetunion müsse jetzt entscheiden, ob sie durch die Ausschreibung freier Wahlen in der sowjetischen Zone an der Bildung einer demokratischen, deutschen Regierung mitarbeiten wolle. Schließlich erklärte Außenminister Acheson, das neue Abkommen stelle zusammen mit dem Atlantikpakt eine Grundlage dar, auf der man ein Übereinkommen über die Meinungsverschiedenheiten mit der Sowjetunion erhoffen könne.

Ein Kommentator des Senders Moskau behauptete, mit den Washingtoner Beschlüssen wollten die Westmächte das Potsdamer Abkommen endgültig torpedieren und Deutschland teilen.

Gaston Palewski, eine der führenden Persönlichkeiten der Sammlungsbewegung General de Gaulles, sagte zur Deutschlandfrage, wenn Ost und West einander mit Angeboten an Deutschland den Rang abzulaufen suchen, müsse dies dazu führen, daß man Deutschland wiederaufbaue, ehe der Neubau Europas durchgeführt sei.

Manchester Guardian kritisierte die Annexion westdeutschen Gebietes durch Holland und Belgien. „Die Westmächte müssen nicht nur die wirtschaftlichen oder sonstige Motive erklären, die sie veranlaßt haben, den Annexionen zuzustimmen. Sie müssen auch beweisen, daß diese Gründe schwerer wiegen, als die Erbitterung, die durch diese Maßnahmen in Deutschland hervorgerufen wird.“

Von sowjetischer Seite wurde mitgeteilt, daß in diesem Jahr bereits 43 880 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion entlassen worden seien. Diese Zahl soll weitaus höher liegen, als ursprünglich in dem Entlassungsplan vorgesehen worden war.

Britische Zeitungen berichteten über die Heimkehr des vom englischen König begnadigten ehemaligen Angehörigen der britischen Besatzungsstreitkräfte in Deutschland, Aleott. Er war von einem britischen Militärgericht in Deutschland zum Tode verurteilt worden, weil er im September vergangenen Jahres einen Deutschen ermordet hatte.