Von unserem Frankfurter Korrespondenten Die Frankfurter Messe hat, obwohl sie von der Internationalität der ehemaligen Leipziger. Messe, für die sie einen Ersatz zu bieten versucht, noch weit entfernt ist, auf ihrer Frühjahrsaussteflung in der Anknüpfung von Beziehungen mit dem Auslaßd immerhin einen beachtlichen Fortschritt erreicht. Mehr als 10 v. H, der Aussteller (310 Firmen) waren aus dem Ausland gekommen. Das waren etwa sechsmal soviel als auf der Herbstmesse im vergangenen Jahr., Wohl am eindrucksvollsten war Italien vertreten. 121 Firmen boten In einem italienischen Pavillon fast das MW einer kleinen Messe für sich. Sie zeigten so ziemlich alles, was die italienische Industrie exportiert: Werkzeug- und SpeziaknasdiHien, typisch Italienische Erzeugnisse wie Schwämme, Kunststeine und die Agrarprodukte des Landes. Auf nem hohen Leistungsaiveau präsentierte ach auch die italienische Textilindustrie.

Infolge devisentechnischer Schwierigkeiten waren die ausländischen Aussteller genötigt, sieh SW Sammelausstellungen zusammenzuschließen. Einfen sehr repräsentative Pavillon hatten 70 belgische Firmen errichtet. Hier wurden die Exportwünsche Belgiens in bezug auf Deutschland demonstriert: vor allem Werkzeugmaschinen für Holz- und Metallbearbeitung, Stanzen, Fräsen, Gravier- und Diamantschleifinaschinen. Auch die belgische Lederindustrie war reich vertreten. Als einziges Land Osteuropas bot Ungarn eine Kollektivschau (Textilien, landwirtschaftliche Produkte und Weine) Aus der Schweiz waren 30 Verlage mit einem reichen Angebot an deutschsprachigen Büchern gekommen. England hatte Werkzeugmaschinen ausgestellt, die Vereinigten land vertrieben werden sollen Österreich, zum erstenmal seit dem Kriege auf einer deutschen Messe, schickte Jersey Bekleidung und PapierSraren.

Von den inländischen Ausstellern, die wohl alle die gute Gelegenheit zur Anbahnung von Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland nützten, waren viele mehr auf die Einleitung eines solchen Kontaktes als auf sofortige Geschäftsabschlüsse bedacht. Das hangt mit den Eiqüiditätsschwierigkeiten vieler Firmen zusammen, die es ihnen ratsam erseheman lassen, zunächst lieber mit dem inländischen Abnehmer ins Geschäft zu kommen, wii seine Aufträge rascher abgewickelt werden nd er in der Regel auch schneller zahlen kann als der Auslandskunde, Infolge des komplizierten Verrechncrngsverfahrens kommen die Gelder aus Auslandsgeschäften so schleppend feerein, daß viele Firmen die Überfsrücküngskredite nicht aufbringen können.

Technische Überraschungen große Stils bot di Messe nicht. Die Aussteller aus dem, Inland zeigten aber verschiedene Neuerungen; so eia. Zweitakt Öoppelkolben Moforrad einer Nürnberger Firma, ein von einem Holsteiner Werk produziertes neues Fahrzeug für Kleintransport, einen von einem Kriegsversehrten Betrieb iergestellten GlüUampen Spareinsatz "Sempedix", der die Lebensdauer der Glühlanmpen um 2000 Brennstunden verlängert. Aber alle däese Neuerungen haben mehr den Charakter der soliden Fortentwicklung bereits bekannter Modelle als den grundsätzlich neuer Konstruktion!. Starkes Interesse fanden die Ausstellungsstände der Fahrrad- and Motorrad Industrie. Die Ursache dürfte darin zu suchen sein, daß die Mitglieder des Verbandes der Fahrrad- und Motorrad Industrie in diesem Jahr ledigikh die Frankfurter Frühjahrsmesse beschickten. Da für die Fahrradindustrie Rohstoffschwierigkeiten kaum bestehen, ist dieser Industriezweig gut lieferflhig. In Frankfurt gab es daher erhebliche Ai> , Schlüsse. Auch Leichtmotorräder, die ebea fills von zahlreichen Firmen der Doppelzone out verbesserten oder mit neuen Modellen gezeigt wurden, waren sehr gefragt.

Will man die bisherigen Frankfurter Messen in groben Zügea wertend miteinander vergleiche, dann könnte man etwa folgende Unterschiede feststellen: Vor der WährUttgsre form war rfio Frankfurter Messe eine Schaumesse. Die ausgestellten Waren konnten infolge der noch Migeregelten Geldverfaältnisse nicht gekauft werden. Die Herbstmesse im vorigen Jahr, also kurz nach der Währungsreform, war eineAdamesse im wahrsten Sinne des Wortes §ie war von dea Nachwirkungen des Inflationsfiebers beherrsdit, Der Warenhunger war damals noch so groß und die hemmende Wirkung ökonomischer Erwägungen noch so gering, daß der Preis keine regulierende; Funktion ausüben konnte. Die eben abgeschlossene Frühjahrsmesse war Tgobl die erste, die der wesentlichen Aufgabe einer solchen Veranstaltung nahe kam: Die Angebote der Märkte, der inländischen wie der ausländischen, und die Preise prüfend miteinander, zu vergleidien, m eine Orientierung für, cfie vortelöiaf testen E:nkaufsmöglichkeitea auf der einen und f6r einen erfolgversprechenden Absatz, auf der anderen. Seit z gewioaea, , :