DIE ZEIT

Die zögernden Sieger

In den letzten vierzehn Tagen vor Ostern hat eine Art von Großreinemachen bei den verschiedensten Dienststellen unserer alliierten Obrigkeit stattgefunden: dieser und jener Akt wurde nach langwährender Prüfung endlich abgeschlossen, diese und jene längst fällige Entscheidung verkündet.

Schwergeburt in Bonn

Gewiß, man könnte sagen, wieder ist das Parteigezänk zwischen SPD und CDU schuld daran, daß das, was wirklich wichtig ist, die Errichtung eines Grundgesetzes und einer eigenen Regierung nicht zustande kommt.

Und jetzt: Revision!

Die Nürnberger Prozesse sind zu Ende. Zum zwölften und letzten Male hat in der „Stadt der Parteitage“ ein amerikanisches Tribunal sein Urteil gesprochen.

Von Kerenski zu Ho Ying Tschin

China, so erklärte Außenminister Acheson, hätte seit Kriegsende mehr als zwei Milliarden Dollar von den USA erhalten. Dies habe jedoch dem kommunistischen Vormarsch nicht Einhalt gebieten können.

DIE WOCHE

Außenminister Acheson erklärte „wir nähern uns jetzt dem Zeitpunkt, da wir unter gleichen Voraussetzungen mit den Mächten verhandeln können, die nicht mit uns übereinstimmen.

Karl Arnold

Waren Sie auch in der Partei, daß Sie schippen müssen?“ fragte ein mitleidiger Passant den Mann im staubbedeckten Overall, der auf der Düsseldorfer Königsallee eine Lore mit Trümmerschutt belud.

Konferenz ohne Frack

Fliegende Boten haben den Ministerpräsidenten der britischen Dominien die Anregung – nicht etwa die Einladung oder gar Aufforderung – zu einer neuen Commonwealth-Konferenz überbracht, die beschleunigt abzuhalten wäre.

Unzufriedenes Nordafrika

Der Atlantikpakt ist in geographischer Hinsicht recht sprunghaft. Das tief im Mittelmeer liegende Italien ist Mitglied, das mit weiten Strecken seiner Küsten, und guten Häfen den Atlantik berührende Spanien nicht; Ähnlich sieht es auf der nordafrikanischen Seite aus.

Das Spiel ist aus

Es ist ein deprimierendes Faszit, das uns der französische Film „Das Spiel ist aus“ (in deutscher Erstaufführung im Esplanade-Theater, Hamburg) hinterläßt! Der Mensch ist zu schwach, die Freiheit, die er – ja, wüßte man nur von wem – geschenkt bekommen hat, wirklich zu ertragen.

Die Hölle und die Dirne

Die Hölle ist ein jämmerlich möbliertes Zimmer. Drei Sofas und eine Bronzefigur auf dem Kamin. Es ist eine abstrakte Hölle, denn Sartre, der nicht an den biblischen Gott glaubt, kann nicht an den biblischen Teufel glauben.

Die kleine Steuerreform

Man erinnert sich, daß gleich nach der Geldreform der Versuch, die Einkommensteuer fühlbar zu senken, gescheitert ist; maßgebend war dafür der Einspruch von französischer Seite.

Erfolg für Honegger

Arthur Honegger nennt seine „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ (über deren Berliner Aufführung die „Zeit“ am 13 Januar 1948 ausführlich berichtete) ein „szenisches Oratorium“.

Notizen

Dr. Julian Huxley, der frühere Generaldirektor der Wissenschafts- und Erziehungsorganisation der Vereinten Nationen, erklärte vor der britischen Kommission der UNESCO, daß eine tägliche Zunahme der Bevölkerung um 57 000 die Welt mit einer Hungersnot bedrohe.

Polens Weißbuch

Unter dem Titel „Polen, Deutschland und der europäische Friede“ hat die polnische Botschaft in London eine Reihe von amtlichen Dokumenten veröffentlicht, die geeignet sind, ein bezeichnendes Licht auf viele Ereignisse und Geschehnisse der letzten Jahre zu werfen, deren Auswirkungen sich in schicksalsschwerer Weise nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa und damit für die Welt bemerkbar machten.

Polnischer Film

Polen fördert seine Filmproduktion. Der weit beachtete Anfang wurde mit dem Zeitfilm „Auschwitz“ gemacht, einem gnadenlosen Dokument menschlicher Schande.

Rüstungshilfe läuft an

Was kostet der Atlantikpakt? So fragen immer eindringlicher die besorgt an die Steuerzahler denkenden Mitglieder des amerikanischen Kongresses.

Westberliner Realitäten

Während Berlins Oberbürgermeister durch die Vereinigten Staaten reiste, mußte die Stadt den Anschluß an die Währung der Westzonen vollziehen! Natürlich ließ die prekäre Lage keine Patentlösung zu und so wurde die Unzulänglichkeit der Regelung zum Anlaß einer innerparteilichen Auseinandersetzung, die zum ersten Male seit Blockadebeginn die Koalition der drei nichtkommunistischen Parteien erschütterte.

Aristion oder der starke Mann

Alles schon dagewesen, sagt der berühmte Rabbi Akiba ben Joseph in einem Gutzkowschen Stück, und es muß wahr sein. Tritt auf, Aristion, spiel uns die Rolle, die Klio nach der historischen Wahrheit aufgeschrieben hat, ohne ihre dichterischen Schwestern zu bemühen! Da bist so gründlich in Vergessenheit geraten, daß nicht einmal unsere ins Antike so verliebten Bühnenautoren sich deiner entsinnen; aber wenn da auch die ausschweifendsten Torturen der Unterwelt verdienst – dies verdienst du nicht.

Der Künstler und der Sozialismus

Vor kurzer Zeit hatte ich in Paris eine interessante Aussprache mit André Gide. Es handelte sich dabei um Vercors, und Gide fragte mich, ob es mir bekannt sei, daß Vercors früher einmal unter einem Pseudonym als Karikaturist tätig gewesen sei.

Die Nacht im Chausseehaus

Das Buch, aus dem wir hier ein Kapitel zum Abdruck bringen, ist 1934 zum ersten Male er erschienen, hat aber damals nicht die Verbreitung gefunden, die es seiner dichterischen Bedeutung nach verdiente.

Arkadien und nicht Orplid

Tag und Nacht schallt und scharrt das Wasser der Maggia, Tag und Nacht arbeitet es sich durch die geräumigen Schluchten. Du hörst das kräftige Geschäft der Erde, das überall ans Licht drängt.

Das Werk des Malers Werner Gilles

Die vor Jahresfrist wiedergegründete Kestner-Gesellschaft in Hannover, die unter ihrem neuen Kustos Dr. Alfred Hentzen wieder zu einem Mittelpunkt des modernen deutschen Kunstlebens geworden ist, zeigt jetzt in ihrem Haus eine umfassende Schau des Gesamtwerkes des Malers Werner Gilles.

Die Märkte Mittelamerikas

Mittelamerika, die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, umfaßt die sechs Republiken Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama und die britische Kolonie Britisch Honduras, ein Gebiet von etwa 650 000 qkm, mit heute etwa 7,5 Millionen Einwohnern.

Dritte Exportmesse

Hannover-Laatzen ist gerüstet, um mit einem festlichen Auftakt die dritte Exportmesse beginnen zu lassen. Als erfreuliches Faktum kann festgestellt werden, daß man aus den Erfahrungen der rückliegenden Messen die Lehre gezogen hat, vor allem die Werbung im Ausland frühzeitig anlaufen zu lassen.

Ein neuer Begriff: Annecy

Am 11. April hat in Annecy die internationale Wirtschafts Versammlung begonnen, die eine größere Anzahl von Teilnehmern zu Zoll- und Tarifverhandlungen vereint, als dies je zuvor der Fall war.

Unruhiges Ostasien

Die Länder Ostasiens, jene Gebiete „am goldenen Saum des Bettlermantels Asiens“ zwischen Burma und Japan, waren einst mit fast einem Viertel am deutschen Außenhandel beteiligt.

Der Mittlere Osten: Iran – Irak

Die folgenden Ausführungen verdanken wir Herrn Franz G. Buschmann, in Firma Bernhard Buschmann (Hamburg), der kürzlich von einer Studienreise nach dem Mittleren Osten zurückgekommen ist, wo sein Haus, seit Jahrzehnten die führende deutsche Exportfirma für Iran, bis 1939 mit einer eigenen Filiale vertreten war.

Unser Nachbar an der Donau

Unmittelbar nach Kriegsende bestand zwischen Österreich und Deutschland kaum ein nennenswerter legaler Außenhandel. Deutschland „durfte“ lediglich Kohle an Österreich liefern, sonst gar nichts.

Glanz und Elend des deutschen Films

II. Die viel zu vielen „Lizenzierten“ – Das „schlechte“ und das „gute“ Geld – Aus seligen Stummfilmtagen – Liebeswerben des Auslandes

Gegen die Marke „Uralt“

Die Zeit nach der Währungsreform brachte bald – allen Prognosen zum Trotz – eine sehr gute Konjunktur für die Radiowirtschaft.

NWDR zum Wellenplan

Für die deutsche Rundfunk Versorgung entsteht, falls die Beschlüsse der Kopenhagener Wellenkonferenz am 15. März 1950 in Kraft treten, die Gefahr einer gewissen Verschlechterung.

Zu viele Hersteller?

deutsche Käufer schon immer einen besonderen Geschmack entwickelt. Seine Wünsche beginnen beim Gehäuse. Es mußte meist ein großes Edelholzgehäuse sein.

Die Rückkehr eines großen Tänzers

Mit sechsunddreißig abgestoßenen Koffern und Körben stieg in einem drittklassigen Hotel in Bloomsbury, London, ein plumper alter Mann ab.

Mit dem Hut in der Hand...

Die Mütter exerzierten früher immer: Mit dem Hute in der Hand, kommt man durch das ganze Land. So lernten die Kinder, was Höflichkeit ist.

Was außerdem geschah

Schmuggel aus der Luft. Mit einem originellen Schmugglertrick konnte der belgische Flieger Vauthier de Bousies den französischen Fiskus um 64 Millionen Francs schädigen.

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