DIE ZEIT

Kalter Krieg - Heißer Friede

Inzwischen besteht nun wirklich kein Zweifel mehr darüber: die Russen wollen wieder ins Gespräch kommen, obgleich ihnen klargeworden sein dürfte, daß zuvor die Blockade aufgehoben werden muß.

Unlust an der Politik

Auch ein „Ende gut“ in Bonn bedeutet kein „alles gut“. Diese Feststellung gilt nicht der Mühseligkeit der Kompromisse zwischen den deutschen Parteien und zwischen den Militärregierungen und dem Parlamentarischen Rat.

Veit Harlan nicht rehabilitiert

Als Veit Harlan nach der Urteilsverkündung den Gerichtssaal verließ, brachte ihm das Publikum Ovationen dar. Der stürmische Beifall für diesen Mann ist ebenso fehl am Platze wie entrüstete Proteste, die sich gegen den Freispruch richten.

Das Problem der deutschen Westgrenze

Die letzten Entwicklungen des Problems der Grenzveränderungen im Westen, die fast alle zu Lasten des Landes Nordrhein-Westfalen gehen, geben Anlaß zu einigen grundsätzlichen Feststellungen.

ZDI in Berlin-Wilhelmsruh

Schon als einzelne Abteilungen der heutigen „Deutschen Wirtschaftskommission“ in der Ostzone noch Zentralverwaltungen hießen, wurde der Öffentlichkeit die Existenz einer dieser Regierungsinstanzen verschwiegen: Die Zentralverwaltung des Inneren.

Kurt Schumacher

Die SPD hat eine Partie gewonnen. Ihr Trumpf war das „Nein“ des Parteivorstandes zu weiteren Kompromissen beim Grundgesetzentwurf.

Dimitroff hat ausgedient

Ob Georgi Dimitroff in Ungnade gefallen, oder wirklich krank sei, war die Frage, welche mehr oder weniger sensationell gestellt und beantwortet wurde, seitdem man erfuhr, daß Stalins Statthalter, der Ministerpräsident und Generalsekretär der kommunistischen Partei Bulgariens, wegen seiner Krankheit Urlaub erhalten und sich nach Rußland zur Kur begeben habe.

DIE WOCHE

In Bonn wurde zwischen CDU und SPD eineEinigung über die wesentlichen Bestimmungen des Grundgesetzes erzielt. Die drei Außenminister der Westmächte erleichterten diese Einigung durch ein Memorandum an den Parlamentarischen Rat, in dem sie im Gegensatz zu früheren Erklärungen lediglich die Rahmenbestimmungen der neuen deutschen Verfassung festlegten.

Die Witwe und der Brief

Der Hilfslehrer Horst Fichte verbrachte seinen letzten Erdentag nicht anders, als seinen ersten, nämlich schlafend. Amtlich starb er um dreiundzwanzig Uhr dreißig an Herzschwäche, wohlumsorgt von der Schwestern- und Ärzteschaft.

Goethe oder Jaspers?

„Unsere Zukunft und Goethe“ nennt der Philosoph Karl Jaspers eine „kritische Auseinandersetzung“ mit dem Dichter, die demnächst im Storm-Verlag; Bremen, erscheint.

Die Amseln

Sie entzücken nicht wie die Nachtigallen, wenn sie die duftende Dämmerung mit ihren wilden Kehllauten tränken. Ihren betäubenden Gesang meinen wir nicht.

Vor der schwarzen Wandtafel

Ich wurde vor eine große schwarze Tafel geführt. Ich sträubte mich, aber die unsichtbare Hand ließ mich ihre Befehlsgewalt mit sanftem Druck spüren.

Klassiker kommen wieder

Es ist ein Charakteristikum unserer Zeit, daß der Wiederaufbau des kulturellen Lebens auch da, wo er mit dem wirtschaftlichen eng verknüpft ist, mehr von persönlicher Initiative aus idealistischer Quelle zu erwarten hat als von der rein geschäftlichen Kalkulation alter Firmen, die sich zunächst einmal sanieren wollen.

„Man lache nicht!“

Was tun unsere jungen Mädchen im Theater? Das Theater ist bloß für Männer und Frauen, die mit menschlichen Dingen bekannt sind.

Das letzte halbe Prozent

Durch das Festkontogesetz, das sieben Zehntel der bis dahin bestehenden Festkonten gestrichen und zwei weitere Zehntel in Freikonten umgewandelt hat, ist ein letztes Zehntel auf ein sogenanntes Anlagekonto gutgeschrieben, das für die Anlage in mittel- und langfristigen Wertpapieren verfügbar sein soll, nach Maßgabe von .

Von Entflechtung zum Monopol

In der französischen Zone geht die Wirtschaftspolitik der Besatzungsmacht ihre eigenen Wege. Unter dem Vorwand der Entflechtung und Dekartellisierung werden langjährig bewährte Verbindungen zerrissen – und Monopole hinter dem „seidenen Vorhang“ gebildet.

Exportmesse – erster Akt

Für sieben Tage pulste durch Niedersachsens tatkräftige Hauptstadt wieder die Unruhe des Messelebens. In der Stadt und draußen auf dem Messegelände, das in diesem Jahre erfreuliche Verbesserungen erfahren hatte, grüßten die Fahnen der verschiedensten Länder die inländischen und ausländischen Besucher der Allgemeinen Exportmesse.

Dollar bleibt Trumpf

Der jugendliche englische Handelsminister Wilson hat nunmehr die „Vierteilung“ der Vereinigten Staaten angekündigt, um mehr Dollar für Großbritannien hereinzubringen.

Vier Milliarden

Während die Unternehmungen in Westdeutschland wichtige Investitionen wegen Geldmangel stoppen müssen und unter der Steuerlast stöhnen, habe die öffentliche Hand enorme Überschüsse, allein auf Bankkonten vier Milliarden DM, ansammeln können, so heißt es in vielen Berichten.

Werft-Kredite

Für jeden öffentlichen Haushalt sind heute 10 Mill. DM ein wohl zu überlegender Posten. Genossen jedoch an dem Bedarf des inzwischen erlaubten Schiffsbauprogrammes sind sie nur ein Bruchteil dessen, was jährlich erforderlich sein wird, um auch nur den bescheidenen Beginn der deutschen Seefahrt in das praktische Stadium gelangen zu lassen.

New York übertraf Erwartungen

Der Verlauf der am 9. April im Rockefeller Center eröffneten Military Government German Exhibition hat alle Erwartungen übertroffen.

Was wirklich fehlt

Vor einiger Zeit stand an dieser Stelle da kurzer Aufsatz mit der Überschrift „Mut zum Optimismus“. Es war darin die Rede von Minister Hynd, der kurz vorher dem Potsdamer Industrieplan ein „Begräbnis dritter Klasse“ – wie wir es charakterisierten – zugedacht hatte; die Erhöhung der Rationssätze von 1050 auf 1550 Tageskalorien wurde besprochen, die Chance einer Steuerreform und, als vichtigster Punkt, die von britischer Seite damals erneut (für „bald“) angekündigte Geldneuordnung.

Warum noch Pachtschutz?

Eine der Stärken der freien Wirtschaft ist die automatische Auslese nach der Leistung, der die sozialisierte („verbürokratisierte“) Wirtschaft nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat.

Benachteiligte Südzone

Der wirtschaftliche Wiederaufstieg Deutschlands beschränkt sich leider nur auf den deutschen Westen. Wenn es aber schon ein „geteilter“ Wiederaufstieg sein muß, so sollte man doch meinen, daß er wenigstens im Westen ungeteilt sei.

„Armenhaus Westdeutschlands“

In einem Brief, den Ministerpräsident Lüdemann an Oberdirektor Dr. Pünder geschrieben hat, wird gesagt: „Die Sorge für die Flüchtlinge ist eine gesamtdeutsche Aufgabe.

Rauchwarenmesse

vom 24. bis 27. April unter der Beteiligung von 130 Ausstellerfirmen, als Zentrum der neuen westdeutschen Pelzveredelungsindustrie und als Handelsumschlagplatz für Rauchwaren vor.

Untergrundbahn ins Niemandsland

Unter den vielen Primaten, die es auf der Welt gibt, kann Rom jenes für sich in Anspruch nehmen, die kürzeste und nutzloseste Untergrundbahn dieser Erde zu besitzen.

Das Bildnis des Menschen

Seit dem Ende des ersten Weltkrieges tauchte in der Medizin immer nieder die Forderung auf, in Forschung und Praxis den Blick vom erkrankten Organ und seinen Beziehungen zu den anderen Organen des Menschen zu lösen: der anderen Mensch in seiner leib-seelischen Einheit sollte betrachtet und behandelt werden.

Was außerdem geschah

Schlüsselinvasion. Hunderttausend Schlüssel werden mit der nächsten Lebensmittelkartenausgebe in Regensburg an alle Haushalte kostenlos verteilt.

Schneewittchen und die rote Lokomotive

Die Technik hat ohne Zweifel etwas Märchenhaftes, freilich nicht im Sinne von Hänsel und Gretel, sondern im Sinne der Heinzelmännchen, der Siebenmeilenstiefel, des fliegenden Teppichs von Bagdad.

ZDI in Berlin-Wilhelmsruh

Schon als einzelne Abteilungen der heutigen „Deutschen Wirtschaftskommission“ in der Ostzone noch Zentralverwaltungen hießen, wurde der Öffentlichkeit die Existenz einer dieser Regierungsinstanzen verschwiegen: Die Zentralverwaltung des Inneren.

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