Für jeden öffentlichen Haushalt sind heute 10 Mill. DM ein wohl zu überlegender Posten. Genossen jedoch an dem Bedarf des inzwischen erlaubten Schiffsbauprogrammes sind sie nur ein Bruchteil dessen, was jährlich erforderlich sein wird, um auch nur den bescheidenen Beginn der deutschen Seefahrt in das praktische Stadium gelangen zu lassen. Und da dürfte es sich – wenn die Gesamtkapazität der arbeitsfähigen Werften mit maximal 120 000 BRT im Jahr veranschlagt wird – um runde 150 Mill. DM handeln, also um ein Fünfzehnfaches. Dieser Betrag übersteigt die finanziellen Möglichkeiten eines einzigen Landes, denn der Schiffsbau ist schließlich nur ein einziger Posten in der langen Liste der zu finanzierenden Objekte. Dieser Ansicht ist auch der Hamburger Wirtschaftssenator, der seit kurzem für die Belange des Hamburger Hafens und damit der Schiffahrt verantwortlich zeichnet. Und wenn ein verantwortlicher Mann eine solche Erklärung abgibt, bedeutet das die höflich-bestimmte Bitte, sich insgesamt, d. h. bis auf weiteres auf trizonaler Basis, an der Finanzierung dieses wesentlichen Projektes zu beteiligen. Schiffahrt ist eine Angelegenheit aller Deutschen, nicht nur eines Landes oder einiger Hafenstädte. Und darum sei es auch ein Unding, daß dieser existenztragende Zweig der deutschen Volkswirtschaft Innerhalb der-sogenannten „Skala der Prioritäten“ noch länger an einer Stelle rangiere, die der Sport geringschätzig unter „ferner liefen“ zu bewerten pflegt. Die Schiffahrt müsse vielmehr rangmäßig auf gleicher Stufe stehen mit dem Bergbau und der Energiewirtschaft. oka.