Der Hamburger Eduard Bargheer ist, wie es einst Hans von Marées geschah, dem Süden als Schicksal erlegen. Italien, zumal Foro auf Ischia gegenüber dem farbensatten Neapel, ist seine Wahlheimat geworden. Jener Maler Bargheer, den Hamburg von früher kennt, hatte breite, blockige Schollen, massive Figuren, transparente Schiffe, den inbrünstigen Farbenausbruch eines Edvard Munch bevorzugt. Sein eigenstes Ausdrucksmittel war das Aquarell. Im Süden aber hat sich die Farbe mit der konstruktiven Gestaltungskraft der harten, italienischen Umrißlinien verbündet; hier ist aus der elementaren Vision die Auseinandersetzung mit der Fläche hervorgegangen.. So allein ist es erklärlich, daß Bargheer gerade im kleinformatigen Aquarell den Kompositionsproblemen eines Paul Klee immer näher gekommen ist, zumal einem Klee, der in Tunis die hauchzarten, duftigsten Farbteppiche gemalt hat. Trotz der verschwenderischen Produktionsfülle, die es dem Maler erlaubt, in Basel (Galerie d’art moderne) und

Hamburg gleichzeitig eine wesentliche Apostel lung seiner Arbeiten zu veranstalten, finden sich immer neue Farbeinfälle auf seinen Aquarellen, Ölbildern, während die Zeichnung offenbar, aus der Impressionskizze zur wesentlichen Aussage drängt. Bargheer hat nach dem Kriege entscheidende Erfolge im Ausland davongetragen: Ausstellungen in Mailand, Rom und Florenz hat sich eine einführende Schau der Galerie Buchholz in Madrid angeschlossen In San Louis (USA), in der vornehmen Hanover Galery in London hat er sich dem angelsächsischen Publikum mit durchschlagendem Erfolg gestellt. Er muß neben Werner Gilles, Hans Kuhn und Purrmann zu den wichtigsten, vom Italienerlebnis her geformten deutschen Malern gezählt werden. Auffallend ist bei dieser Generationsgruppe der Übergang von der Impression, dem landschaftlichen Erlebnis, zur Erneuerung des Farb- und Formgefühls, ohne den unmittelbaren Sprung in die reine Abstraktion, weg vom gegenständlichen Motiv, auf sich zu nehmen.