Die sowjetisch-amerikanischen Verhandlungenüber die Aufhebung der Berliner Blockade wurden in New York fortgesetzt. Der sowjetische Vertreter Malik stellte als Bedingung, seiner Regierung: 1. die gleichzeitige Aufhebung der Blockade und der Gegenblockade und 2. die Festsetzung eines Termins für die Außenministerkonferenz.

Britische Kommentatoren machten auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die bei einem Beschluß, die Berliner Blockade aufzuheben, entstehen könnten. Berlin sei der geeignete Ort, wo sachverständige Kommissionen die weiteren Verhandlungen führen müßten, weil die Aufhebung der Blockade von unendlich viel örtlichen Bestimmungen abhängig sei.

„Eine Aufhebung der Berliner Blockade“, schrieb die New York Time: „wurde nicht das Ende des kalten Krieges bedeuten, sondern lediglich das Vorspiel eines neuen Kampfes über alle Fragen, an denen die Großmächte interessiert sind.“

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Eine etwaige Einigung zwischen den festmachten und der Sowjetunion über die Aufhebung der Berliner Blockade würde die Notwendigkeit des Atlantikpaktes nicht beseitigen“, sagte Außenminister Acheson vor dem amerikanischen außenpolitischen Senatsausschuß.

Die Türkei habe ihre Politik der bewaffneten Neutralität endgültig aufgegeben, erklärte der türkische Außenminister Sadäk bei seiner Abreise aus New York. Er bezeichnete es als schweren Irrtum, die Türkei vom Atlantikpakt auszuschließen, während man Italien zugelassen habe. „Die Türkei“, fügte der Außenminister hinzu, „hält heute mehr von einem System der kollektiven Sicherheit als von einer Sicherheit, die allein auf der Stärke der Waffen beruht.“ Man könne nicht erwarten, daß die Truman-Doktrin für alle Zeiten bestehen bleibe.

Amerika müsse physisch, geistig und moralischvorbereitet sein, bei den ersten Zeichen einer Aggression Atombomben auf die Industriezentren der Sowjetunion abzuwerfen, erklärte General Doolittle, der den größten Luftangriff auf Tokio geleitet hatte.