Eine wertvolle Materialsammlung zur Leidensgeschichte der Ostvertriebenen seit 1945, ist diese Broschüre „Ostdeutsche Passion“ (Westlandverlag Düsseldorf) des früheren sudetendeutschen Priesters Father E. J. Reichenberger, der 1938 seine Heimat verlassen hat und nun als Bürger der USA zum Anwalt seiner früheren Landsleute in der Presse der USA geworden ist. Der Verfasser bringt eine Auswahl seiner Presseveröffentlichungen, in denen er sich vornehmlich für eine Revision der Verträge von Yalta und Potsdam einsetzt, in diesem Zusammenhang spricht er von „Potsdam-Displaced Christians“ (PDCs). Die Ostvertriebenen schöpfen aus diesen Worten der Mahnung an das Weltgewissen wieder Hoffnung. Reichenberger faßt seine Forderungen in einem Papstwort Pius XII. an die deutschen Bischöfe zusammen: „... war es jedoch erlaubt, zwölf Millionen Menschen von Haus und Hof zu vertreiben und der Verelendung preiszugeben? Ist es wirklichkeitsfremd, wenn wir wünschen und hoffen, es möchten alle Beteiligten zu ruhiger Einsicht kommen und das Geschehene rückgängig machen, soweit es sich noch rückgängig machen läßt?“ W. Knoblich