Es ist selten, daß der Sohn eines berühmten Vaters selber gleichen Ruhm, wenn auch auf ganz anderem Gebiet, erlangt. Noch seltener, daß ein solcher Sohn eine Biographie des berühmten Vaters schreibt. Und doch hat Eugen Diesel, der bedeutende Kulturphilosoph, der am 3. Mai sechzig Jahre alt wurde, ein Buch über seinen Vater, den Erfinder des Dieselmotors verfaßt (es erschien jetzt in Neuauflage im Reclamverlag Stuttgart): ein Buch, ebenso fesselnd wie mit einem verwunderlichen Abstand (bei solcher Bindung!) geschrieben. Es ist bestechend in seiner Sachkenntnis und nicht ohne ironische Seitenhiebe auf eine Menschheit, zu deren unzerstörbaren Gewohnheiten es gehört, einige beträchtliche Schritte hinter den Genialen herzuhinken, nicht ohne zu versuchen, ihnen über diesen Zwischenraum hinweg Schwierigkeiten zu machen. P. H.