DIE ZEIT

Die Friedensmaskerade des Kreml

Moskauer Friedensoffensive – so nennt man, in der ganzen Welt die augenblickliche Phase der russischen Außenpolitik, und der Ausdruck ist gut gefunden, denn er erinnert uns daran, daß die Sowjets sich durch ihr Nachgeben die Freiheit des Handelns zurückerobert haben.

Immer gründlicher

Das von den Militärregierungen der Bizone erlassene Beamtengesetz sieht für Angestellte, die in das Beamtenverhältnis übernommen werden, ein.

Zehn Mächte gründen Europa

In der Rekordzeit von drei Tagen ist auf der Londoner Zehn-Mächte-Konferenz das Statut für den Europa-Rat formuliert, angenommen und veröffentlicht worden.

Bevin in Deutschland

Ich verspreche, daß ich in Paris keinem Schritt zustimmen werde, der die Freiheit Deutschlands einengt“, so sprach jetzt der letzte der Großen Vier aus den Potsdamer Tagen bei seinem zweiten Besuch in Berlin: Ernest Bevin.

DIE WOCHE

Am vierten Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom Parlamentarischen Rat in Bonn mit 53 Stimmen gegen 12 Stimmen der bayrischen CSU, der KP, des Zentrums und der Deutschen Partei angenommen.

Neuer Vorstoß gegen Demontage

Welche Sicherheit meint man auf alliierter Seite, wenn man sie zur Begründung der Demontagen anführt? Die militärische Sicherheit, von der man immer noch spricht, als ob es kein Ruhrstatut, keine Stahl-Kontrollkommission, kein: Sicherheitsamt gäbe, ganz abgesehen von allem anderen, was jegliche Gefährdung durch Westdeutschland von vornherein ausschließt, ist kein überzeugendes Argument, Wie schrieb doch das Humphrey-Komitee? „Die Gefahr einer Bedrohung des europäischen Friedens durch eine leistungsfähige deutsche Industrie ist nicht so groß wie durch einen zu niedrigen Stand der deutschen Wirtschaft, der den Anlaß zu andauernden wirtschaftlichen und sozialen Spannungen darstellt.

Peking hinter dem Eisernen Vorhang

Seit die von Präsident Li T sung-jen mit so großer Ausdauer und meist gegen den Willen seiner Generale und Politiker geführten Friedensverhandlungen mit den Kommunisten gescheitert sind, und seit die neue Offensive Mao Tse-tungs begann, befindet sich die Kuomintang langsam in der Auflösung.

Besorgnisse in Berlin

Wieder einmal weiß sich Berlin im Zentrum höchst wichtiger internationaler Gespräche. Ende der Blockade! Doch das Echo aus Berlin, das dem Gegenstand dieser Beratungen voll zugewandt ist, mischt in die selbstverständliche Hoffnung einen großen Teil Skepsis.

Elisabeth und Essex

Zur Rehberg Uraufluhrung in Wuppertal Herr Nachbar, versteht Ihr, was das alles bedeuten soll?" frag

Internationale Film-Tagung

In Hamburg wurde eine internationale Dokumentarfilm-Tagung eröffnet, und die verantwortlichen Fachmänner verschiedener Nationen gaben in ihren einführenden Worten der Hoffnung Ausdruck, daß diese Filme in besonderem Maße zur Völkerverständigung beitragen mögen.

Lenin über Krieg und Frieden

Denkt an Iljitsch, liebt, studiert Iljitsch, unseren Lehrer, unseren Führer“, so fordert Genosse Stalin. Genosse Stalin lehrt uns, bei Lenin Rat zu holen, sich an ihn zu wenden bei der Entscheidung großer und kleiner Fragen.

Notizen

Geheimrat Professor Dr. med. h. c. Friedrich Karl Kleine vollendet am 14. Mai 1949 sein 80. Lebensjahr in Johannesburg (Südafrika), wo er als erster deutscher Gelehrter nach dem Kriege wegen seiner Verdienste um das Gesundheitswesen Afrikas von der Regierung der Südafrikanischen Union dauernde Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat.

Schauspieler aus dem Unbewußten

Der Regisseur Heinrich Koch, der nach dem Krieg in Hamburg und München erfolgreich inszenierte, hat sich von der Bühne zurückgezogen und in München mit einem kleinen Kreis junger Menschen zu experimentieren begonnen.

Übergriff nach Vietnam

Während die Weltpresse noch Vermutungen über die möglichen Auswirkungen der Siege Mao Tse Tungs auf China und Südostasien anstellt, die zum Teil von geradezu rührender Naivität sind, und während mancher in dem chinesischen Kommunistenführer bereits einen zukünftigen Tito sieht, mit dem man „schon auskommen“ werde, stehen europäische Truppen seit Anfang März in ernsten Kämpfen gegen diese Auswirkungen, die sich als höchst bedrohliche Realität erwiesen haben.

Wird Franco salonfähig

Die angelsächsischen Mächte werden in Spanien niemals eine kommunistenfreundliche Regierung zulassen. Als Bastion zwischen Atlantik und Mittelmeer und als Brücke zwischen Frankreich und Nordafrika ist Spanien ein viel zu wichtiger Eckstein weltpolitischer Strategie.

Der Mißbrauch des Lineals

Unser Zeichenlehrer hieß Becker. Da er ein besserer Maler als Lehrer war, hielt er es in der Schule nicht lange aus; er kündigte dem Vater Staat; Monatsgehalt und Pensionsberechtigung legte er fröhlichen Herzens auf den Opferaltar der Kunst, wo beides sofort in Rauch aufging.

Die Iden des März

Das Buch des amerikanischen Dichters Thornton Wilder „Die Iden des März“ ist in der westlichen Welt berühmt geworden; und wir werden dem Suhrkamp-Verlag, Berlin und Frankfurt am Main, die deutsche Fassung als Lizenzausgabe des Bermaun-Fischer-Verlags, Amsterdam, in der Übersetzung von Herberth E.

Eine Biographie Rudolf Diesels

Es ist selten, daß der Sohn eines berühmten Vaters selber gleichen Ruhm, wenn auch auf ganz anderem Gebiet, erlangt. Noch seltener, daß ein solcher Sohn eine Biographie des berühmten Vaters schreibt.

Karl Jaspers und sein Kritiker

Das Erwartete ist eingetroffen. Wenn einer einen Experimentalversuch hätte machen wollen mit der Frage, ob es heute in Deutschland noch Menschen gäbe, die sich nach allem, was im Politischen und Materiellen geschehen, noch über einen „geistigen“ Anstoß erregen könnten, er hätte im Goethejahr kein besseres Thema als „Goethe und Jaspers“ zu wählen vermocht.

„Barbara Blomberg“

Die werklichen und freundschaftlichen Bande, die zwischen Zuckmayer, Heinz Hilpert und Konstanz bestehen, brachten nach fast zwanzig Jahren wieder eine Uraufführung dieses Autors auf deutschen Boden, und weil seit langem, erst recht aber nach dem außerordentlichen Erfolg von „Des Teufels General“, unsere mit echten Dramatikern nicht eben gesegnete Bühnenliteratur in Zuckmayer ihren vielleicht stärksten Aktivposten besitzt, galt dieser „Barbara Blomberg“ nicht geringe Erwartung.

Die älteste Stadt der Erde

Während es in der Literatur und im Bereich der bildenden Kunst verhältnismäßig rasch gelang, nach 1945 den Anschluß an das Ausland zu finden, ist es auf vielen Gebieten der Wissenschaft immer noch kaum möglich, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, Was in den letzten zehn Jahren außerhalb Deutschlands geschah.

Genial und umstritten

Vor hundert Jahren, am 10. Mai 1849 starb in Asakusa, einem Stadtteil von Tokio, im neunzigsten Lebensjahre Katsushika Hokusai.

„Goethes Unruhe zu Gott“

Den wohl tröstlichsten Aspekt in der deutschenMisere bietet das sichtbare Erstehen jener Oasen des Menschentums, in denen nicht nur Arthur Koestler unsere letzte Chance erblickt.

Atom-Energie als Messeschlager

Erinnern Sie sich noch an das „Wunder“ des Rundfunkhörern vor 25 Jahren, an das Kratzen der Detektorfeder auf dem Kristall? So ähnlich antiquiert wie diese Erinnerungen werden uns wahrscheinlich, nach weiteren 25 Jahren, die ersten tastenden Versuche mit der industriellen Anwendung der „Atomenergie“ um die Jahrhundertmitte vorkommen.

Fehlende Kompetenz

Die Bereinigung des Wertpapierwesens ist eines der Probleme, die seit Jahren anstehen. Mit ungläubigem Staunen vernimmt der verzweifelnde Ostdepotbesitzer, daß es bislang keine deutsche Stelle gibt, die befugt wäre, die langersehnte Regelung endlich in Gang zu bringen.

Priorität Nr. 1

Geduldig aber hoffnungsvoll wartetdie VI Schlange der Counterpart-Funds-Aspiranten auf den Augenblick, da sich für sie die Schleusen dieses sagenhaften DM-Stausees öffnen, und sich endlich der ersehnte Kreditstrom wohltuend über die ausgedörrten Gefilde ergießen soll.

Problematische Eisenpreise

Als im Oktober v. J. der Wirtschaftsrat die zweite Erhöhung der Eisenpreise ablehnte, wären die Hüttenwerke in eine äußerst heikle Finanzsituation geraten, wenn es nicht gelungen wäre, die drohende Steigerung der Erzpreise zu verhindern.

Zehn Milliarden!

Während die Alliierten 1945 glaubten, die Frage des deutschen Auslandsvermögens, das nach den Potsdamer Beschlüssen schlechthin Reparationszwecken dienen sollte, grundsätzlich durch eine entschädigungslose Enteignung lösen zu können, sind inzwischen große Bedenken und Zweifel entstanden, ob eine so einfache Losung überhaupt möglich ist und – abgesehen von dem für alle gefährlichen Eingriff in die Unverletzbarkeit des Privateigentums – ob sie acht den Interessen der anderen Länder zuwiderläuft.

Flensburg als „Schaufenster“

Es muß kein böses Omen für die bis zum15. Mai laufende „Flensburger Messe“ sein, wenn man am Eröffnungstage von zwei ichmuck uniformierten Hütern der Ordnung im und vor dem Bahnhofsgebäude Flensburgs keine klare Auskunft über die Lage des Quartier- und Messeamtes erhalten konnte.

Liquidation des Pächterstandes?

Zu dem Aufsatz „Warum noch Pachtschutz?“, den Herr v. Oertzen-Rothen kürzlich hier geschrieben hat, veröffentlichen wir heute eine Entgegnung von Herrn Rechtsanwalt Dr.

Das 1x1 der Berliner Hausfrau

Auch die Einführung der DM als alleiniges Zahlungsmittel in den Berliner Westsektoren konnte die Berliner Hausfrauen nicht von den Rechenproblemen erlösen, vor die sie sich bei ihren Einkäufen täglich gestellt sehen.

Vertragloser Zustand

Dem ergebnislosen Abbruch der in Bern geführten Handelsvertragsverhandlungen zwischen der Schweiz und den Westzonen (vgl. „Die Zeit“, Nr.

Der Mensch als Schöpfer neuer Elemente

Die großen Errungenschaften des naturwissenschaftlichen 19. Jahrhunderts zerstörten die Möglichkeit der Alchemie, jener Magie des Mittelalters, welche die Adepten der Schwarzen Kunst und die Rosenkreuzler veranlaßt hatte, den „roten Leu“ mit der „Lilie“ zu vermählen und „Merkur“ und „Venus“ in das Brautgemach ihrer Retorten zu zwingen, weil sie Gold machen: wollten.

Die Höflichkeit und das „Réduit“

Esgibt nur wenige Städte in Europa, die es mit Genf, der Stadt Calvins und der Puritaner, an Höflichkeit aufnehmen können. Es handelt sich nicht um die beflissene Höflichkeit in der Fremdenindustrie – die Höflichkeit des Herzens ist es, die den Ton angibt, wo das Volk unter sich verkehrt.

Hüben und drüben

Ein überfüllter Konzertsaal in einer Stadt im Ruhrgebiet. Das Ereignis des Tages: Eduard Erdmann spielt sein Klavierkonzert.

Organische Stadtbaukunst

Wenn ein Architekt zum Autor wird und Bücher macht, dann greift er ebenso gern zum Zeichenstift wie zum Schreibgerät, um gleichermaßen anschaulich wie verständlich zu sein.

Potsdam Sanssouci...

Fortwährend laufen in Potsdam Leute mit Farben und Pinseln herum: „FDGB.-Picassos“, so nennen die Potsdamer jenen „Maler-Generalstab“, der ihre Häuserwände, die Litfaßsäulen, Bretterzäune, selbst die Pappwände vor ihren leeren Fensterhöhlen mit immer neuen Parolen beschriftete.

Was außerdem geschah

Vorsicht am Plätze. Eine Enttäuschung erlebte ein englischer Chorknabe, der den Bischof von Liverpool, Dr. C. A. Martin, um zwei Autogramme bat.

+ Weitere Artikel anzeigen