In Hamburg wurde eine internationale Dokumentarfilm-Tagung eröffnet, und die verantwortlichen Fachmänner verschiedener Nationen gaben in ihren einführenden Worten der Hoffnung Ausdruck, daß diese Filme in besonderem Maße zur Völkerverständigung beitragen mögen. Denn diese Streifen aus Deutschland, England, Amerika, Frankreich, Schweden, Rußland – im ganzen aus sechzehn Ländern – seien Versuche, das Leben der Völker dokumentarisch festzuhalten und der Wahrheit zu dienen. Jedes Land gäbe mit diesen Filmen seine Visitenkarte ab, um für Verständigung zu werben. Als Auftakt wurde der „erregende Expeditionsfilm“ der United Artists Film (USA) „Tropische Abenteuer“ gezeigt, der uns Insassen des deutschen Ghettos den Atem der weiten Welt vermittelte, der uns auf dem Weg über Nordafrika, die Sahara, den Tschadsee, über Bombay und Benares nach Hinterindien führte und außer den bekannten Bildern vom fremdartigen Leben in diesen exotischen Weltteilen uns noch nie gesehene und nie gehörte Erlebnisse zuteil werden die atemberaubende Beschwörung einer hinderindischen Schlangengottheit (in Gestalt einer riesigen giftspeienden Kobra) durch eine Priesterin und die seltsame Jagd auf einen wilden Elefanten, der, statt seine mächtigen Körperkräfte gegen den Menschen zu richten, seine Rettung in der Flucht versucht, und sich von den Menschen überlisten und einfangen läßt, um ein zahmer Elefant zu werden.

Besonderen Eindruck machte Schweden mit einem sehr künstlerischen dokumentarischen Film, der in leisen humorvollen Tönen – und übrigens als Stummfilm fast ohne Ton – aus dem Alltag seiner Hauptstadt Stockholm erzählt. Wie er offenbarten auch die anderen Schwedenfilme, so die „Geschichte eines Elchkalbs als Haustier“ und ein Bildstreifen vom natürlichen Leben der Lappen, Menschlichkeit, Herz und Humor einer Nation, auch wenn sie in manchem konventionell und nicht sonderlich temperamentvoll waren. England, das den Dokumentarfilm besonders fördert „um das Leben so zu zeigen, wie es wirklich ist“, gab in einem Bildstreifen „Die Welt ist reich“ einen gründlichen und eindringlichen Überblick über die Welternährungslage, der allerdings durch Wiederholungen und immer wieder gleiche Kameraeinstellung die Aufmerksamkeit der Zuschauer behinderte. E. M.

Höhepunkt der kirchlichen Woche in Hamburg, an der der Präsident des Lutherischen Weltbundes Bischof Professor. Nygren, britische und amerikanische Kirchenvertreter und zahlreiche Persönlichkeiten der deutschen, evangelischen und katholischen Kirche teilnahmen, waren die evangelische Kirchenkonferenz, die lutherische Bischofskonferenz und die Eröffnung der Kirchlichen Hochschule Hamburg, Die Kirchenkonferenz der evangelischen Kirche faßte in Hamburg eine Entschließung, in der sie die Gemeinden zur Mitarbeit an politischen Entscheidungen innerhalb der Parlamente, der Parteien und öffentlicher Ämter auffordert, jedoch eine aktive Beteiligung der im Amte stehenden Pfarrer in Parlamenten und Parteien ausdrücklich ablehnt. Zur Gründung der Kirchlichen Hochschule in Hamburg als fünfte kircheneigene evangelische Hochschule neben Bethel, Wuppertal, Berlin und Neuendettelsau erklärten der Landesbischof von Hamburg D. Dr. Schöffel und der Rektor der Kirchlichen Hochschule Oberkirchenrat Lic. Herntrich, daß diese Gründung sich als notwendig erwies, nachdem in Hamburg eine theologische Fakultät der Universität nicht zustande gekommen sei.