Hans Pfitzner, der zu Unrecht vernachlässigte Meister, kann feststellen, daß sein 80. Geburtstag im deutschen Musikleben Westdeutsche lands beachtet worden ist. Der „Palestrina“ steht im Spielplan der Kölner Oper. Des notleidenden Menschen Pfitzner erinnerte sich die Stadt Düsseldorf: sie hat ihm vor kurzem ihren dem Andenken Robert Schumanns gewidmeten Musikpreis verliehen, und der Düsseldorfer Oberbürgermeister hat Pfitzner noch während des-Münchener Aufenthaltes des Komponisten die 5000 DM überreicht. Jetzt aber wurde Pfitzner durch zwei Aufführungen seiner Kantate „Von deutscher Seele“ geehrt. Werk und Wiedergabe wirkten als ein Ereignis. Die Innerlichkeit der Pfitznerschen Kunst wurde in ihrer Weiträumigkeit, Vielfalt und Dichte durch eine Interpretation erschlossen, die mit einer primär musikalischen Formerfassung die bisher reifste Leistung des Generalmusikdirektors Heinrich Hollreiser und auch hinsichtlich des Chores und Orchesters den Höhepunkt im Düsseldorfer Musikleben der Nachkriegszeit bedeutete. Zu einem hingegeben musizierenden, stimmedlen Solistenquartett waren Trude Eipperle, Heinz. Marten, Rudolf Watzke und die Altistin Martha Mödl vereinigt. Bemerkenswert war auch die Aufnahme des Werkes: Es löste Beifall von außerordentlichen Stärkegraden, aus. J. J.