Vielfache Handelshemmnisse „daheim und draußen“ lassen manche rationelle Arbeit des Außenhandelskaufmanns scheitern. Hier ist der Kaufmann hilflos; es muß Aufgabe der Verwaltung sein, auf Besserung hinzuarbeiten.

In erster Linie sind die staatlichen Handelsabkommen das Mittel zur Belebung und Erweiterung des Geschäftes zwischen den Staatsangehörigen der Vertragspartner. Daß hierbei heute für uns Deutsche vieles im argen liegt, merkt jeder Exporteur täglich am eigenen Leibe/Aber neben der handelspolitischen Materie sind es andere Verhältnisse, sowohl auf der Menschen- wie der Warenseite, die einen Geschäftsabschluß im Ausland oftmals zur Qual machen. Es ermuntert nicht gerade zu gesteigerter Exportinitiative, wenn von der anderen Seite der Landesgrenze immer wieder engherzige, unberechtigte Klagen über die deutsche Konkurrenz zu hören sind. Wir glauben ein Anrecht darauf zu haben, daß ein anständig geführter Wettbewerb von solch unehrlichen Methoden verschont bleibt. Ohne eine entsprechende Einflußnahme der fremden Regierungen wird allerdings die Besserung nicht zu erzielen sein.

In das gleiche Fach fällt die Demontagefrage und die Zwangsentnahme von Maschinen und sonstigen Werkseinrichtungen. Kein vernünftiger Deutscher wird das Recht der Siegermächte auf Abbau der deutschen Rüstungsfabriken bestreiten. Wenn aber die Aktionen der Besatzung – nicht ohne Beeinflussung durch das Streben nach Ausschaltung störenden deutschen Wettbewerbs – weit über den Kreis seiner Rüstungsbetriebe hinausgreifen (z. B. im Falle der südwestdeutschen Uhrenindustrie, der Firma .C Plath in Hamburg-Bahrenfeld, der Maschinenfabrik Victor Bauer in Troisdorf, der Rheinischen Walzmaschinenfabrik in Köln-Ehrenfeld u. v. a.) und auch einzelne Maschinengattungen und Maschinen erfaßt haben, dann entblößt man damit unberechtigterweise die deutsche Industrie der zur Fabrikation von Ausfuhrware unumgänglichen Produktionsmittel.

Weiter ist in diesem Zusammenhang ein Wort zu dem Einzelproblem des deutschen Walfanges zu sagen. Grundsätzlich gehört es hierher, weil die mit dem deutschen Walfang verbundene Einsparung ausländischer Öl- und Fetteinfuhren. (also von wertvollen Devisen) wieder mittelbar, die Exportkapazität steigert. Dabei sollte das, was den Japanern recht ist, auch uns billig sein.

Die unmittelbare Fühlungnahme des deutschen Exporteurs mit seinen ausländischen Geschäftsfreunden unterliegt ungeheuer verwickelten und verzettelten Bestimmungen. Die Regeln für den Briefverkehr und die Versendung von Mustern und Warenproben sind im Laufe der Zeit freizügiger gestaltet worden. Aber die Vorschriften für das persönliche Überschreiten der Landesgrenze wirken sachlich und zeitlich mehr abschreckend als fördernd. Man lese nur die JEIA-Anweisung Nr. 8. Jeder Exporteur wird von unzähligen Formularen, die er auszufüllen hatte, und von den Mühen und unnützen Gängen zu berichten wissen, denen er sich unterziehen mußte, um die Genehmigung zu einer Auslandsreise zu erhalten. Auf der anderen Seite spricht Dr. v. Maltzan den Wunsch nach Erleichterung des Besuches von Ausländern in Deutschland für einen größeren Personenkreis aus.

Ähnlich verhält es sich mit der Bestellung von Auslandsprovisionsvertretern und der Übernahme von Dienstleistungen deutscher Handelsvertreter für ausländische Auftraggeber In beiden Fällen ermutigen die erlassenen Vorschriften, einen beherzten Zugriff des deutschen Exporteurs nicht, obwohl die JEIA ihr Reglement mit der Begründung versehen hat: „um den deutschen Außenhandel wieder in normale Bahnen zu lenken und um Ausfuhrverkäufe zu erleichtern.“ Die Feststellung wäre interessant, wieviel Firmen es nach Überwindung mannigfacher Widerstände endlich gelungen ist, eine Vertretung im Ausland einzurichten oder eine Dienstleistung für fremde Auftraggeber in Deutschland zu übernehmen. Hans Posse

(Ein Schluß-Artikel folgt)