Der einzige Vorteil, den die erheblich und mit völliger Berechtigung kritisierte Zweiteilung der diesjährigen Exportmesse Hannover bringen wird, dürfte die verbesserte Ausstellungsmöglichkeit für die deutsche Maschinenindustrie sein. Auf der vom 20. bis zum 30. Mai laufenden Technischen Exportmesse dominieren Maschinen. Rund 1200 Aussteller werden in Laatzen die 8 Hallen und das ausgedehnte Freigelände bevölkern. Von ihnen sind 694 Aussteller aus der britischen Zone, 383 aus der US-Zone, 23 aus der französischen Zone und 95 aus Berlin.

Neben dem Maschinenbau, dem die Hallen IV, V und VIII zur Verfügung gestellt worden sind, wird die Kraftfahrzeug- und Reifenindustrie (einschl. Fahr- und Motorradindustrie) sehr stark vertreten sein (Halle I). Feinmechanik und Optik hat von Halle II und die elektrische Industrie von Halle III Beschlag genommen. Eisen-, Blech- und Metallwaren sind in Halle VI zu finden, und die wichtigen Gruppen der Chemie, der Pharmazie, der Kautschukindustrie und der technischen Exporteure wurden in Halle VII untergebracht. Das Freigelände steht Baumaschinen, landwirtschaftlichen Maschinen und u. a. Straßenbaumaschinen zur Verfügung.

Im Gegensatz zur Allgemeinen Exportmesse wird die Technische Exportmesse mit einigen beachtenswerten Messe-Neuheiten aufwarten. Auf solche Neuheiten wird es in Zukunft für den deutschen Export mehr denn je ankommen, wie die Erfahrungen von New York und Mailand mit Deutlichkeit lehren. Maschinen und Geräte, die das „gewisse. Etwas“ haben, sind für den Export sehr gefragt. Das Ausland wartet darauf, also kommt es nur auf uns an, die Wünsche zu erfüllen.

Das große Fragezeichen ist aber auch diesmal wieder der Käuferbesuch aus dem Ausland. Wir wären glücklich, wenn unsere Befürchtungen, die sich aus den Erfahrungen der bisherigen „Förderung“ dieser für den Erfolg oder Mißerfolg des deutschen Außenhandels so wichtigen Frage ergeben, sich zur Technischen Messe nicht bewahrheiten. Leider hat die Exportmesse von der JEIA ein sehr peinliches Eröffnungsgeschenk mitbekommen, nämlich die Anordnung, daß in Zukunft der Name des Abnehmers der deutschen Ware auf der Ausfuhrerklärung angegeben sein muß. Das ist ohne Zweifel die einfachste Maßnahme, das Geschäftsgeheimnis zu beseitigen und jede deutsche Außenhandelsregung – allen Beteuerungen widersprechend – unter Kontrolle zu halten.

Hoffentlich wirkt sich nicht auch bei der Technischen Exportmesse die aus Anlaß der westdeutschen Messeinflation in Erscheinung getretene Messemüdigkeit störend aus. Für die Zukunft will man den Wettbewerb der westdeutschen Messestädte – endlich – etwas eindämmen. Es wurde von den Spitzenverbänden des Handels, des Handwerks, der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der IHK ein „Ausstellungs- und Messeausschuß der Wirtschaft im VWG“gegründet. Er wird die bisher von der Arbeitsgemeinschaft Außenhandel durchgeführten Messe-Aufgaben übernehmen. Ab 1950 sollen dann Frankfurt eine innerdeutsche Messe, Köln die Spezialmessen und Hannover die (hoffentlich ungeteilte) Exportmesse abwickeln, ww.