Zu der Angelegenheit seines New-York-Times-Interviews, dasin Deutschland vielfach tiefe Befremdung hervorrief und auch in der „Zeit“ (Nr. 15) glossiert wurde, veröffentlichte Paul Hindemith in der Zeitschrift Melos eine Berichtigung. Es geht daraus her vor, daß der Text dieses Interviews, wie es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ein falsches Bild der wahren Äußerungen Hindemiths ergibt. Auf Deutsch gesagt: eine Fälschung durch Auslassung aller Positiva und aller bedingenden Hauptsätze. „Wie es diese Form bekam“, sagte Hindemith, „kann man sich leicht vorstellen, wenn man weiß, wie oft durch zufällige, nachlässige oder böswillige Auslassungen derartige Berichte ins Gegenteil verdreht werden. Auch in diesem Falle war das Nichtberichtete der Tenor des Gesprächs gewesen. Es handelte von der Intensität des deutschen Musikbetriebes, von der bewundernswerten Hingabe an die Musik trotz Trümmern und Sorgen, von sich allerorts regendem Bedürfnis nach Kenntnis, Anschluß und Wiedergewinn des Verlörepen, von der durch alle Stürme aufrechterhaltenen Qualität der ersten Orchester.“ Es folgen dann die negativen. Feststellungen, die in ihrem Zusammenhange (den die Berichte unterschlagen hatten) durchaus diskutabel erscheinen.

Wir sind aufrichtig erfreut, diese Klarstellung wiedergeben zu können, da sie das Persönlichkeitsbild des großen Komponisten in der sauberen Objektivität wiederherstellt, die wir mit seinem Namen zu verbinden gewohnt waren. A–th