Vor einiger Zeit ist verfügt worden, daß sämtliche Einfuhren in voller Höhe der Weltmarkt- oder Beschaffungspreise abzurechnen sind. Es müssen also für die Ware, die „draußen“ 10 Dollar kostet, bei der Übernahme im Hafen oder an der Grenzstation 33,30 DM gezahlt werden, gleichgültig, ob der „gebundene“ Inlandspreis (wie bei Getreide) niedriger oder (wie bei Zucker) höher liegt. Eine entsprechende Regelung bei der Ausfuhr hielt man für selbstverständlich. Es ist ja auch nur recht und billig, daß für ein Erzeugnis, das im Inland zu 100 DM gehandelt wird, der volle Devisenbetrag von 30 Dollar hereinkommt: zugunsten der JEIA oder, was in diesem Fall auf dasselbe hinausläuft, zugunsten der westdeutschen Wirtschaft.

Eine kleine Notiz, die vielleicht zufällig veröffentlicht worden ist, vielleicht aber auch eine Zweckindiskretion darstellt, läßt erkennen, daß – für ein sehr wichtiges Teilgebiet zum mindesten – bisher anders verfahren worden ist: nämlich bei der Holzausfuhr. Hier wurde zu – 15,75 Cents abgerechnet, anstatt zu 30 Cents; das heißt also: der britische Importeur brauchte, in Dollar gerechnet, nur etwa die Hälfte des deutschen Preises für diese Ware zu zahlen.

Das soll nun anders werden. Die Bipartite-Instanzen, oder vielmehr, wie es bezeichnenderweise in der betreffenden Meldung heißt, „die amerikanischen Stellen im Zweimächte-Kontrollamt“, haben eine Anweisung erlassen, wonach beim Export von Holz der volle Inlandspreis, über den vollen 30-Cents-Kurs gerechnet, maßgebend sein soll. Es gibt also künftig kein Valutadumping beim Holzexport mehr und keine Subventionen. Wenn aber das deutsche Holz nicht mehr künstlich verbilligt wird, ist es zu teuer für die bisherigen Käufer: was also bedeutet, daß diese Zwangsexporte künftig wegfallen werden. K.G.