Trotz aller Schwierigkeiten, die sich (speziell als Dollarklausel, Einfuhrlizenzen und Namensnennung des Abnehmers) einer normalen Entwicklung des deutschen Außenhandels entgegenstellen, erreichte die am 30. Mai beendete Technische Exportmesse doch erfreuliche Abschlüsse. Hannover wurde von Prof. Dr. Erhard als die bisher beste deutsche Nachkriegsmesse bezeichnet, und sie dürfte vor allem der deutschen Fahrzeugindustrie, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie gute Auslandsaufträge und der gesamten deutschen Industrie durch die 5000 ausländischen Besucher nicht zu unterschätzende neue Auslandsverbindungen gebracht haben.

Für die Fahrzeugindustrie trat unter den europäischen Ländern besonders Holland als Käufer hervor. Aber auch Iran kaufte deutsche Fahrzeuge. Von der Arbeitsgemeinschaft des Verbandes der Maschinenbauanstalten wird betont, daß die in Hannover gesetzten Erwartungen zum Teil übertroffen worden sind. Hier traten Australien, Brasilien, Griechenland, Holland, Indien, Iran, Israel und Syrien als Käufer in Erscheinung. Bei der Elektroindustrie konnte vor allem Hamburg mit dem Balkan sehr gut ins Geschäft kommen. Elektronen-Heißwassergeräte wurden von Argentinien und Holland gekauft, Kühlschränke gingen nach Österreich, aber auch Schweden und die Benelux-Staaten waren Abnehmer. Erstmalig seit Kriegsende wurden deutsche Radiogeräte von der Türkei und von Schweden abgenommen. Für Eisen-, Blech- und Metallwaren zeigten besonders Frankreich, Holland, Schweden, Norwegen,Finnland, Iran, Argentinien und die USA starkes Interesse. Aus der Ausstellungsgruppe Feinmechanik und Optik gingen einige Großaufträge an die Benelux-Staaten, nach Südamerika und nach der Türkei. Beachtenswerte Abschlüsse tätigte ebenfalls die chemische Industrie. Von Bedeutung war Hannover auch für die Kautschukindustrie, die aus der Schweiz, aus Holland und aus der Türkei nach einer Pause von vielen Jahren wieder Aufträge für Autoreifen erhielt.

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Am Eröffnungstage der Technischen Messe hatte Senator Prof. Dr. Schiller, der Leiter der Hamburgischen Behörde für Wirtschaft und Verkehr, vor geladenen Gästen im Hanse-Hofe, der ein wirkungsvolles Modell des Hamburger Hafens zeigte, über die Bedeutung des Hamburger Hafens, die Wichtigkeit des Schiffbaues und die Notwendigkeit der Entwicklung des Transit-Handels gesprochen. An dem Empfang nahm auch Hamburgs neuer Gouverneur, Dr. J. K. Dunlop, teil, um bei dieser Gelegenheit sein Interesse für die angeschnittenen Lebensfragen der Hansestadt deutlich zu bekunden. ww.