In Paris setzte der Außenministerrat der Großen Vier seine Beratungen über das Deutschlandproblem fort. Da über Punkt 1 der Tagesordnung, die Einheit Deutschlands, keinerlei Übereinkommen erzielt werden konnte, wandten sich; die Außenminister dem Punkt 2, Berlin einschließlich der Währungsfrage, zu. Der Rat beschloß, vorerst die wichtigsten Einzelthemen in Geheimsitzungen zu beraten.

Die Times schlug vor, die vier Außenminister sollten sich auf Wyschinskis Vorschlag, einen Ausschuß zur Regelung der verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Probleme zu schaffen, als Diskussionsbasis einigen.

In einem Kommentar bezeichnete die Freilicht die Deutschlandvorschläge der Westmächte als „unerhört und unglaublich“.

In Berlin wurden die Verhandlungen über die Beilegung des Westberliner Eisenbahnarbeiter-, Streiks fortgesetzt. Eine Besprechung der vier alliierten Kommandanten verlief ergebnislos. Oberbürgermeister Reuter hat erneut seine Vermittlung angeboten.

Die sowjetische Luftwaffe hat trotz der Proteste der westlichen Alliierten im Bückeburger Luftkorridor mit Flugzeugmanövern begonnen.

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Großbritannien und die Vereinigten Staaten haben die Regierungen Rumäniens, Ungarns und Bulgariens in Noten von ihrer Absicht unterrichtet, Maßnahmen zur Durchführung der in den Friedensverträgen mit diesen Ländern verankerten Bestimmungen in die Wege zu leiten. Sie beabsichtigen, zu diesem Zweck eine britisch-amerikanisch-sowjetische Konferenz einzuberufen.