Im Frühjahr dieses Jahres war auf der Hamburger Stülcken-Werft aus dem Neubauprogramm des Alliierten Kontrollrates der 400-BRT-Fischdampfer „Max Brauer“ vom Stapel gelaufen. Bei der Verteilung der Fischdampfer-Neubauten wurde dieser Neubau vom Hamburger Senat der GEG zugeteilt, die seit Jahresfrist eine gemeinwirtschaftliche Hochseefischerei betreibt. Hamburg hatte dem Bau des Fischdampfers „Max Brauer“ die finanzielle Unterstützung nicht versagt, sollte doch dieses Schiff, das den Namen des Hamburger Bürgermeisters trägt, die bescheidene Nachkriegs-Fischdampferflotte der Hansestadt verstärken.

Man hat sich in Hamburg anscheinend schon daran gewöhnt, daß Fischdampfer, die als Heimathafen am Heck das Wort „Hamburg“ zeigen, ihre gefangenen Fische auch in anderen Fischereihäfen anlanden. Daß aber selbst „Max Brauer“ mit seinem immerhin für Hamburg verpflichtenden Namen im Hamburger Fischereihafen nicht mehr gesehen wird, erweckt nicht nur in Hamburg-Altona Befremden. Einmal hat er allerdings, wie man sich in Altona erzählt, seinen Heimathafen gefunden, jedoch nur zu einer dringenden Reparatur, die in der Stülcken-Werft vorgenommen werden mußte. Jetzt löscht er, in bester Gemeinschaft mit dem GEG-Fischdampfer „Gustav Borgner“, längst wieder seine Fänge in anderen Häfen und trägt dazu bei, daß Hamburger Fischhändler ihre Fische aus diesen Häfen mit Lastwagen nach Hamburg bringen müssen.

Dieser merkwürdige Kurs ist wohl kaum dazu angetan, die intensiven Bemühungen der Hamburger Fischerei zur Förderung des Fischabsatzes zu unterstützen. Man hat für diesen Zweck jetzt unter dem Titel „Fische aus Hamburg“ eine sehr wirksame Werbemarke geschaffen, die in Gemeinschaft mit einem eindrucksvollen Plakat in Zukunft überall in den Westzonen für den Hamburger Fisch werben soll. we.