DIE ZEIT

Letzter Ausweg: Die deutsche Freiheit

Im Grunde genommen hätten auch die festmächte nicht den Wunsch, die vier deutschen Besatzungszonen zu vereinen, schrieb neulich eine Schweizer Zeitung zur Pariser Konferenz.

Götzendämmerung

Der Kommunist Kurt Müller hat in einer Rede behauptet, Ernst Kriedemann vom Zentralvorstand der SPD sei ein Spitzel der Gestapo gewesen.

Ober kommt gleich

Wahrscheinlich ist es schon zu spät. Man kann die deutsche Gründlichkeit zwar oftmals loben, aber nur selten bremsen. Das gilt voraussichtlich auch dieses Mal.

Der Emir war schneller

Die Vollversammlung der UNO hat vor 14 Tagen das wirre Knäuel aus Tatsachen, Ideen und Wünschen um die italienischen Kolonien wie so manches andere Problem unentwirrt wieder beiseite gelegt.

Inflation in Argentinien

Der stärkste Eindruck in Argentinien bei einem Wiedersehen nach fünf Jahren ist die Preissteigerung. Es läßt sich gut sagen, daß die Preise durchweg auf das Dreifache, in sehr vielen Fällen auf das Fünffache des Preisstandes von 1944 gestiegen sind.

Dänischer Bauernkrieg

Der ehemalige Ministerpräsident, ehemalige Vorsitzende der dänischen Bauernpartei (Venstre) und ehemalige Reichtstagsabgeordnete Knud Kristensen tauchte auf einer der letzten Folketingsitzungen als Zuhörer auf.

Der Bischof von Berlin

Den Einfluß der Religion auf die Politik können Skeptiker bezweifeln, den der Kirche nicht. In Stuttgart bezeichnete Bischof D.

Parteitag in Blackpool

Schmerzlose Geburten sind ein minder Punkt der Labour-Politik. Nicht nur, daß Gesundheitsminister Bevan sich in einer lebhaften Kontroverse mit den Konservativen darüber befindet, ob unter einem der wichtigsten britischen Nachkriegsgesetze, der Übernahme der gesamten Gesundheitsfürsorge durch den Staat, auch genügend Vorsorge für Betäubung bei Geburten getroffen wird.

DIE WOCHE

In Paris setzte der Außenministerrat der Großen Vier seine Beratungen über das Deutschlandproblem fort. Da über Punkt 1 der Tagesordnung, die Einheit Deutschlands, keinerlei Übereinkommen erzielt werden konnte, wandten sich; die Außenminister dem Punkt 2, Berlin einschließlich der Währungsfrage, zu.

Mikolajczyk schrieb ein aufschlußreiches Buch

Stanislaw Mikolajczyk, der Ministerpräsident der Londoner polnischen Regierung nach dem Tode Sikorskis und der Vize-Ministerpräsident der ersten polnischen Koalitionsregierung in Warschau, hat in seinem außerordentlich aufschlußreichen Buch The Rape of Poland (Die Vergewaltigung Polens) neues Licht auf das Verbrechen von Katyn geworfen.

Dagens Nyheter: Ein russisches Verbrechen

Der Hinweis auf das schwedische Dossier erwies sich als unschätzbar. Ich verfolgte diese Spur und brachte schließlich in Erfahrung, daß der polnische Rechtsanwalt, den Naville in seinem Brief vom 28.

Sieg des freien Marktes

Vier Wochen nach „Aufhebung der Blockade“ sehen die Realisten von Berlin, wie Recht sie mit ihrer Skepsis gehabt hatten. Schwierigkeiten waren erwartet worden, vor allem aus der Abgeschlossenheit eines beinahe zwölf Monate währenden insularen Daseins.

Die Gärten der Armida

Die Besinnung darauf, daß einst Tasso im „Befreiten Jerusalem“ sie von einer schönen Zauberin erschaffen ließ, scheint demjenigen, den ihr ganz geisterhafter Boden je und je berückt, nicht bedeutungsvoller als die Erinnerung daran, daß etwa Arkadien als Abbreviatur einer vom Gemüt ergriffenen seelischen Landschaft im ersten vorchristlichen Jahrhundert von dem Römer Vergil in seinen Eklogen „entdeckt“ worden ist.

Das Ende einer Freundschaft

Was hier mitgeteilt werden soll, ist ein wahres Begebnis, das sich in einer unserer Hansestädte vor wenig mehr als zehn Jahren zugetragen hat.

Das Genie auf der Schulbank

Diejenigen, die sich heute über die Existenzphilosophie und deren Grund- und Hauptthese, daß der Mensch die Summe seiner Handlungen sei, lustig machen, mögen wissen, daß ihre Einstellung jeder Originalität enträt.

Der große Zeitgenosse

Am 11. Juni vollendet Richard Strauß sein 85. Lebensjahr. Nach dem Tode Hans Pfitzners ist er der letzte Überlebende jener Musikergeneration, die in Deutschland durch die Namen Mahler, Reger, Pfitzner und Strauß repräsentiert wurde.

Puschkin und sein Ahn

In der Fülle der großen Namen, die die russische Dichtkunst des vergangenen Jahrhunderts aufweist, ist der früheste immer der glanzvollste geblieben.

Geschichtsphilosophie

Benedetto Croce: Die Geschichte als Gedanke und als Tat. Mit Einführung von Hans Barth, Zürich. Marion von Schröder Verlag, Hamburg 1948.

Schöpferische Philologie

Für die Generation der heute Fünfzig- oder Sechzigjährigen wird Karl Voßler immer noch als der Revolutionär der Sprachwissenschaft weiterleben, wenn auch die Jüngeren das, was den Studenten vor dem ersten Weltkrieg als eine Offenbarung erschien, längst als Selbstverständlichkeit in ihre wissenschaftliche Handwerkslehre übernommen haben.

Das Rätsel Honegger

Baden-Baden, die bekannte Pflegestätte der musikalischen Moderne, ist wieder einmal Zeuge eines bedeutsamen musikalischen Ereignisses gewesen: Arthur Honegger als Dirigent eigener Werke am Dirigentenpult des Orchesters des Südwestfunks.

Deutsche Architektur

Da vor einiger Zeit in Köln eine Schweizerische, französische und britische Architekturausstellung zu sehen war, gestattet die jetzige deutsche Ausstellung, die erste seit zwanzig Jahren, ebenfalls internationale Vergleiche.

200 Millionen für den Anfang

Als kürzlich Dr. Pünder die deutsche Forderung auf Freigabe von 2 Mrd. DM Gänge- und Gegenwertfonds-Geldern ankündigte, wurde diese Mitteilung ergänzt durch die Angabe, daß für das laufende Jahr insgesamt 8,5 Mrd.

Jeder vierte unter uns...

Es braucht kein Wort darüber verloren zu werden, daß die soziale Bedeutung der privaten Krankenversicherung nicht nur beachtlich, sondern für unser heutiges Gemeinwesen auch unentbehrlich ist.

Soforthilfe als Gesetz

Mit einer Verzögerung von nahezu einem halben Jahr steht nunmehr an Stelle des Ersten Lastenausgleichsgesetzes, dem die Militärregierung ihre Zustimmung versagt hatte, das „Gesetz zur Milderung dringender sozialer Notstände“ (Soforthilfegesetz) vor der Verkündung.

Der Sparer ist schuld

Sicher ist soviel: die Kinder sind schuld. Weil sie die schönen neuen Pfennige in die Sparbüchsen stecken (es gibt übrigens neuerdings sehr hübsche, geschmackvolle Spardosen, die durchaus kein Hausgreuel mehr sind), fehlt es dem Geschäftsmann an Wechselgeld.

Die Bilanz von Basel

Niemals ist eine der Basler Mustermessen so intensiv, fast möchte man sagen beschwörend, in den Dienst der Exportwerbung gestellt gewesen wie die 33.

Koordination

In Frankfurt ist unter der Ägide von Professor Erhard (auch Dr. Pünder war interessiert und beteiligt), der – hoffentlich erfolgreiche – Versuch gemacht worden, zu einer Kooperation der verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsstellen und Institute zu kommen.

Die Zwölf von der Ruhr

Seitdem nun die Stahltreuhänder ernannt sind, da ja das Zweimächtekontrollamt die Mitte März veröffentlichte Liste als endgültig bestätigt hat, wird organisatorisch die Möglichkeit des Neubaues der Stahlindustrie geschaffen.

Wohnbaukredite in Aussicht

Der Artikel „Wohnungsbaukredite werden gesucht“ in Nr. 21 der „Zeit“ läßt eine Bestimmung unerwähnt, die geeignet ist, manche Kreditsorgen für den Wohnungsbau zu beheben.

Oxforder Gespräche

Zum erstenmal nach dem Kriege fand jetzt in Oxford ein Treffen britischer und deutscher Nationalökonomen statt. Darüber berichtet hier ein Teilnehmer aus der jüngeren Generation der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.

Es lohnt sich

Für die Besitzer von Anlagekonten aus der Geldumstellung (es handelt sich da also um das „letzte halbe Prozent“ der RM-Altgeldguthaben) bietet die Reichsbahn-Anleihe die Möglichkeit, die blockierten DM-Beträge schnell wieder in „freies Geld“ zu verwandeln und dazu noch höhere Zinsen zu erhalten.

Falscher Kurs?

Im Frühjahr dieses Jahres war auf der Hamburger Stülcken-Werft aus dem Neubauprogramm des Alliierten Kontrollrates der 400-BRT-Fischdampfer „Max Brauer“ vom Stapel gelaufen.

Weine unter dem Hammer

Den Wonnemonat haben sich die Winzer im Rheingau und in der Pfalz zu ihren Weinversteigerungen auserkoren. Aber von Wonne war in diesem Mai wenig in den Rebgärten und in den Weinversteigerungsorten zu verspüren.

Portugals Importlizenzen

Mit viel Schwung geht Portugal an den Ausbau seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten. Und darum wird der Ende Mai zwischen Westdeutschland und Portugal abgeschlossene Handelsvertrag in Lissabon aufrichtig begrüßt, beendet er doch endlich den vertraglosen Zustand, der nach dem Kriege den wirtschaftlichen Verkehr beider Länder belastete.

Gefährliches Unternehmen bei Nacht

„Es war schon spät am Nachmittag. Eilig sammelte ich die wenigen meiner Arbeiter, die der militärischen Aushebung entgangen waren, und machte mich mit der nötigen Ausrüstung nach dem Tatort auf den Weg.

Götter, Gräber und Gelehrte

Grabschänder und sogenannte Antiquitätenhändler haben seit Jahrtausenden dafür gesorgt, daß ein großer Teil der Schätze ans der geschichtlichen Glanzzeit Ägyptens der archäologischen Forschung entzogen wurden.

Neues Wohnen

Der Deutsche Werkbund – im Jahre 1907 von Architekten, Künstlern und Industriellen gegründet – zeigt jetzt in Köln seine erste Ausstellung nach dem Kriege.

In Rom wird deutsch gesprochen

Der Fremde, der heutzutage nach Rom kommt, wird überrascht sein, wie oft die deutsche Sprache an sein Ohr klingt. Im Autobus, in Gaststätten und Kaffeehäusern, auf der Straße, besonders in der traditionellen Ausländergegend rings um die Piazza di Spagna wird er immer wieder Bruchstücke deutscher Gespräche vernehmen.

„Verflucht”, sagte die Herzogin...

Amerikanische Buchhändler haben einen früheren Zeitungsmann, Donald Gordon, in Lohn und Brot gesetzt, der alle Neuerscheinungen lesen und sie auf ihre Verkaufschancen prüfen soll.

Die rosarote Brille

Mit den Friedens-Tauben ist es so eine Sache. Meist sehen sie aus wie Sperlinge in der Mauser, die gerade den Zähnen eines hungrigen Fuchses mit Mühe entronnen sind.

Die Geburt des Mondes

Bisher haben sich die Menschen nicht gefragt, wem eigentlich der Mond und die Sterne gehören. Seit aber die Wissenschaftler berechnet haben, daß eine V2-Rakete, könnte man sie mit einem Wasserstoffmotor ausrüsten, sich 2500 Kilometer von der Erdoberfläche entfernen würde, soll es Leute geben, die sich bereits den Kopf über die Besitzrechte am Mond zerbrechen, wie jener Diplomat, der diese Frage vor die Vereinten Nationen bringen wollte.

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