In Frankfurt ist unter der Ägide von Professor Erhard (auch Dr. Pünder war interessiert und beteiligt), der – hoffentlich erfolgreiche – Versuch gemacht worden, zu einer Kooperation der verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsstellen und Institute zu kommen. In einer vernünftigen Arbeits- und Aufgabenteilung, durch Abstimmung der Programme, soll eine Art Planwirtschaft in der Forschung ermöglicht, insbesondere Doppel- und Dreifacharbeit vermieden werden; entsprechend beabsichtigt man, durch Austausch von Material und Ergebnissen zu einer „Arbeitsverbindung“ zu kommen, bis hin zur Gemeinschaftsarbeit einzelner ad hoc geschaffener Gruppen an bestimmten Themen. Außerdem, will man versuchen, das Arbeitsprogramm abzurunden, also nun auch gewisse bisher vernachlässigte Sachgebiete – die Probleme des Groß- und Einzelhandels gehören merkwürdigerweise zu den Stiefkindern der bisherigen Forschungsarbeit – thematisch zu „beackern“.

Generalsekretär der „Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute“, die vorläufig bei der VfW in Höchst domiziliert, ist der aus seiner früheren wissenschaftlichen Arbeit und aus seiner Zugehörigkeit zur (alten) „Industriebank“ in Fachkreisen gut bekannte Dr. Dr. Krull. Die Mitgliedsinstitute sind: das ehemalige „Institut für Konjunkturforschung“, jetzt „Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung“ (Berlin), das Kieler Institut für Weltwirtschaft, das Hamburger Weltwirtschaftsarchiv, der Bremer Ausschuß für Wirtschaftsforschung, das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung, das Rheinisch-Westfälische Institut für praktische Wirtschaftsforschung (Essen), die Sozialforschungsstelle der Universität Münster mit dem Sitz in Dortmund, das Wirtschaftswissenschaftliche Institut der Gewerkschaften (Köln), das Institut für landwirtschaftliche Marktforschung (Völkenrode), die Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft (Vreden), weiter das Statistische Amt des VWG (Wiesbaden) und die Bank Deutscher Länder; schließlich das Deutsche Büro für Friedensfragen (Stuttgart). – Als Vorsitzender wurde Bürgermeister Dr. Friedensburg gewählt, in seiner Eigenschaft als Leiter des Berliner Instituts, als sein Stellvertreter Dr. Fürst (Wiesbaden), der Direktor des Statistischen Amtes der vereinigten Westzonen.

Zu einer Reihe weiterer Organisationen besteht bereits Verbindung oder ist die Aufnahme engerer Beziehungen vorgesehen; so zur „Arbeitsgemeinschaft für Raumforschung“ (Wiesbaden), zur Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern, zur Zentralarbeitsgemeinschaft des Handwerks, zur Forschungsstelle für das Wohnungs- und Siedlungswesen (Münster). – Die ersten im Rahmen der neuen Organisation geschaffenen Arbeitskreise beschäftigen sich mit folgenden Themen: Einkommensschichtung und -Verwendung, Aufstellung volkswirtschaftlicher Bilanzen (nach schwedischem und niederländischem Vorbild); ferner wurden Arbeitsausschüsse gebildet zum Studium der Flüchtlingsfrage und der Konjunkturforschung und -berichterstattung.

Das Kieler „Institut für Weltwirtschaft“ hat sich neuerdings in Frankfurt (Börsenstraße 2) eine Verbindungsstelle geschaffen, die von Dr. G. Dillmer geleitet wird. n. f.