Opern-Uraufführung in Kopenhagen

Der Däne Svend S. Schultz, preisgekrönt mit der Oper „Kaffeehaus“, schrieb neuerdings eine einaktige Buffooper „Hinter den Kulissen“. Ihre kecke Art, die Zuschauer einmal durchs Guckloch im Vorhang blicken zu lassen, bietet wenn auch nicht neue, doch aparte Reize. Wortwitz, Situationsgroteske, Parodie der Großen Oper und sicheres musikalisches Stilgefühl machen das Werk – dessen Handlung offenkundig das Vorspiel der Straußschen „Ariadne“ variiert – unterhaltsam und angenehm. Es wurde unter Johan Hye-Knudsens Leitung mit der Oldrup als Primadonna, Wiedemann als Dichter, Skjaer als Komponist, Nørby (Inspizient), Thygesen (erster Tenor), Fønss (Szenenmeister) und Foss (Operndiener) darstellerisch und gesanglich vorzüglich dargeboten.

„Bag Kulisserne“ ist eine in Orffschem Geiste geschaffene Oper mit gelungenen Ansätzen zu neuen Ausdrucksformen und überzeugenden Beweisen technischen Könnens, als dessen bester Beleg die Ouvertüre gilt. Würde man sie ohne optische Beanspruchung genießen (sie wird nämlich bei offenem Vorhang gespielt), so könnte sie noch elementarer wirken. Svend S. Schultz, ein Klangwitzbold par excellence, steht neben Sven Erik Tarp, Nils Viggo Bentzon und anderen in der ersten Reihe der dänischen Neutöner.

Gerhard Krause