Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Oberdirektor Pünder konnte keine Reise tun, aber dennoch viel erzählen. Man habe ihn wie einen Schuljungen behandelt; man habe ihm ein rechtmäßiges Visum entzogen, als er mit Finanzdirektor Hartmann zur moralischen Aufrüstung nach Caux fahren wollte. Einer von ihnen beiden müsse in Frankfurt zur Verfügung stehen, habe man ihm bedeutet. Vor Ärger sei er krank geworden, und er lege sich nun ins Bett. Die alliierten Dienststellen entschuldigten sich höflich und wünschten gute Besserung, aber sie deuteten auch zart an, daß das Visum nicht entzogen worden und auch kein rechtmäßiges sondern ein Gefälligkeitsvisum gewesen sei. Alle Deutschen, auch unsere Politiker, sollten hieraus lernen, daß die Wege der alliierten Bürokratie heilig, sind und eingehalten werden müssen. Den Alliierten wäre die Einsicht zu wünschen, daß es an der Zeit sei, Reisegenehmigungen den zuständigen deutschen Stellen – Reisebüros und Handelskammern – zu überlassen. –l