Östereich hat einen umfangreichen Plan für den Ausbau seiner NE-Metallindustrie aufgestellt, der u. a. den Bau von zwei neuen Walzwerken vorsieht. Die beiden Walzwerke in Berndorf und Enzesfeld wurden nach der Besetzung Österreichs von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert und abtransportiert. Es ergab sich so ein Engpaß in der Versorgung mit Halbfabrikaten, der jetzt durch den Bau der beiden neuen Walzwerke beseitigt werden soll. Ein Walzwerk ist für die Verarbeitung von Schwermetallen (Kupfer, Blei, Zink, Nickel und Zinn) bestimmt, während das andere mit einer Jahreskapazität von 7000 t Leichtmetalle verwalzen soll. Das Leichtmetallwalzwerk wird bei dem Aluminiumwerk Hanshofen errichtet werden. In Verbindung damit ist der Bau eines Preßwerkes geplant.

Auch der Bergbau soll leistungsfähiger werden. Die Anlagen des größten Bleierzvorkommens bei Bleiburg-Kreuth wurden im Jahre 1930 modernisiert. Es stehen Blei-Zinkerze an; in geringen Mengen werden Molybdänerze und Kadmium gewonnen. Österreich kann aus diesen Vorkommen etwa die Hälfte seines Bleibedarfs decken. Zinkhütten fehlen in Österreich noch vollständig. Es ist jetzt aber auch der Bau einer Zinkhütte geplant, die nach einem neuen elektrolytischen Prozeß die anfallenden Zinkerze verarbeiten soll. Es handelt sich um etwa 8000 t im Jahr, mit denen rund die Hälfte des österreichischen Bedarfs gedeckt werden könnte.

Österreich besitzt auch Bauxitvorkommen. Infolge ihrer Zusammensetzung ist jedoch die Verarbeitung recht schwierig. Daher war die österreichische Aluminiumindustrie stets auf die Einfuhr von Tonerde angewiesen. Die Leistungsfähigkeit der beiden Aluminiumhütten in Hanshofen und Lend übersteigt den Bedarf der österreichischen Wirtschaft allerdings bedeutend. Der Mangel an elektrischer Energie verhindert gegenwärtig noch die volle Ausnutzung der Anlagen. Ferner verfügt Österreich auch über zwei Antimonerz -Vorkommen, deren Ergiebigkeit einen beträchtlichen Export gestattet. Verhüttungsmöglichkeiten bestehen für diese Förderung bisher noch nicht. Ein neues Verfahren zur Verhüttung der Antimonerze befindet sich im Versuchsstadium und der Bau einer Antimonhütte ist geplant. Obwohl Österreich drei Kupferhütten zur Verarbeitung von Erzen und zur Verhüttung von Altkupfer besitzt, ist es in der Erzversorgung von Einfuhren abhängig. Das Kupfererzvorkommen von Mitterberg müßte seine Förderung beträchtlich erhöhen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Selbst in diesem Fall könnte nur ein Bruchteil des österreichischen Bedarfs gedeckt werden. Die Molybdänversorgung ist aus eigenen Vorkommen gesichert, wenn ein neues Verfahren, das gegenwärtig auf der Mine von Bleiberg-Kreuth erprobt wird, sich als wirtschaftlich erweist. H. B.