Am 31. Mai ging der Internationale Seidenkongreß in Zürich mit einer offiziellen Pressekonferenz zu Ende, an der die japanischen, nordamerikanischen, britischen, italienischen, österreichischen, tschechischen und schweizerischen Delegierten der an diesem Kongreß gegründeten Internationalen Seidenunion über die erzielten Ergebnisse und über weitere Aufgaben Aufschlüsse gaben. Der französische Präsident der Union, A. Potton, teilte mit, daß der Kongreß, an dem 180 Delegierte teilgenommen hatten, sein Hauptziel, die Konstituierung der Internationalen Seidenunion, erreicht hat und ihr bereits 21 Länder beigetreten seien. Die drei Westzonen Deutschlands wurden als vollberechtigtes Mitglied mit Sitz und Stimme aufgenommen. Der Sitz der Internationalen Seidenunion wird Lyon und das Land ihrer nächsten Zusammenkunft im März 1950 Italien sein.

Eine technische Kommission, beschickt von Vertretern deutscher, amerikanischer, japanischer, englischer, italienischer und schweizerischer Seidentrocknungsanstalten hat über internationale Prüfungsverfahren, Echtheit der Färbung und des Druckes und die Beschwerung der Seidengewebe beraten. Auch über internationale Usancen im Rohseidenverkauf und über die nötigen Werbemaßnahmen wurden Beratungen abgehalten. Die Erhöhung der Seidenproduktion und die Sicherung ihres Absatzes war eine der zentralen Fragen der Tagung.

Die Schwierigkeiten des Absatzes liegen derzeit in dem Fehlen eines großen internationalen Marktes, da Europa durch autarkische Tendenzen zu sehr aufgespalten ist. Immerhin konnte der Vertreter Frankreichs dem künftigen Absatz der Seide im Hinblick auf deren vorteilhafte Preislage und ihre sonstigen Vorteile vor anderen Geweben eine günstige Prognose stellen, sowie einmal der allgemeine Lebensstandard sich wieder heben wird und internationale Organisationen Produktion und Verkauf rationalisieren. N.