Die Eisenbahnen fast aller europäischen Länder brauchen Geld, um die Kriegsfolgen zu beseitigen. Die reichen Länder zahlen Staatszuschüsse und andere Eisenbahnverwaltungen müssen sich selbst helfen. So legt die Bahnverwaltung der Westzonen eine Anleihe auf, um ihrem Lieferern schneller die Rechnungen bezahlen zu können.

In der Ostzone geht man andere Wege. Dort hat man eine Aktion „Instandsetzung der Bahnanlagen“ gestartet. Demnach sind die Kunden der Bahn sowie die Firmen und Einzelpersonen, die Verträge mit ihr geschlossen haben, „in geeigneter Weise zu gewinnen“, eine Spende zu zeichnen. Die Sammlung sollte am 30. April abgeschlossen sein, hat aber offensichtlich nicht den gewünschten Erfolg gehabt und wurde bis zum 15. Mai verlängert. Schuld des schlechten Ergebnisses: Die Sammelbeauftragten haben ihren Auftrag nicht ernst genug genommen. Deshalb wurden sie „nochmals ganz energisch ermahnt, die Sammlung mit größtem Nachdruck durchzuführen“.

Man kann den Wiederaufbau finanzieren, indem man mit ordnungsgemäß aufgenommenen Krediten seine Lieferanten bezahlt. Offensichtlich ist man jenseits des Eisernen Vorhanges aber der Auffassung, daß der Lieferant noch Geld mitbringen pl.