Meisterproben einer überschäumenden Phantasie liefert René Clair in seinem zu Hollywood gedrehten Film „Ich heiratete eine Hexe“ (I married a witch), Virtuos nützt er alle Chancen der Filmtricks, hext mit allen Mitteln und verclairt das Publikum, das vor Lachen über die zauberhaften Einfälle einem in deutschen Kinos nur selten noch erreichten Grad der Ausgelassenheit anheimfällt. (Daß es sonst selten dazu kommt, liegt nicht allein an den Filmen, sondern daran, daß dieses deutsche Publikum heutzutage offensichtlich kühler und sachlicher reagiert und weniger Grund zum Lachen findet als ehedem; besonders die jungen Menschen heute sind so befremdlich ernsthaft ...) Dieser Film nun, der einigermaßen düster mit einer Hexenverbrennung beginnt, entwickelt sich in scharfem Tempo zu einem tollen Jux ohne Hintergründigkeit, in dem im Hui durch die Jahrhunderte ein Zauberer und eine Hexe als Rauchwölkchen auf einem Besen reiten, dabei eine ketzerische Unterhaltung führen und sich genießerisch in Schnapsflaschen verbergen; Autos fahren durch die Lüfte, junge Damen aus unserer Zeit sausen Treppengeländer nicht nur herunter, sondern auch hinauf, und behexte Politiker wählen einstimmig ihren Gegner.