Besondere Verhältnisse haben schon immer zu besonderen Maßnahmen geführt. Und so ist es durchaus verständlich, wenn man sich in einigen Einzelhandelsorganisationen über die Frage der Konsumfinanzierung zur Behebung der Absatzschrumpfung Gedanken machte. Nachdem vor einigen Wochen die Braunschweigische Staatsbank mit dem Braunschweiger Einzelhandel unter dem Stichwort „Sparkaufen“ eine besondere Aktion zum Erwerb von Wohnungseinrichtungen, Nähmaschinen, Fahrrädern und Rundfunkgeräten ins Leben gerufen hatte, wobei der Käufer zwei Drittel der Kaufsumme ansparen muß, ist jetzt Hamburg auf einem Spezialgebiet noch einen Schritt weitergegangen. Wir sind davon überzeugt, daß das Hamburger Beispiel überall in den Westzonen und auch in Berlin sehr schnell Schule machen wird.

In Verbindung mit der „Hamburger Sparcasse von 1827“ und der „Neuen Sparcasse von 1864“ hat der Hamburger Möbelfachverband eine „Möbel-Sparhilfe“ ins Leben gerufen, der über 100 Möbelfachgeschäfte angeschlossen sind. Diese Aktion wird nicht nur die Möbelbeschaffung erheblich erleichtern, sie dürfte auch durch den Vorteil der großen Serie den niedrigen Preisstand halten und außerdem zur Förderung des Spargedankens beitragen. Die „Möbel-Sparhilfe“ setzt das Ansparen der Hälfte des Kaufpreises bei einer der beiden Sparkassen voraus, die die Summe ordnungsgemäß verzinst. Den Rest des Kaufpreises erhält der „Spar-Käufer“ von der Sparkasse als Darlehn, um es nach Erhalt der nunmehr auf dem Barzahlungswege gekauften Möbel in der wöchentlichen oder monatlichen Rate der Sparkasse zurückzuerstatten. – zke.