DIE ZEIT

Umerziehung

Die Neue Zeitung, das Blatt der amerikanischen Militärregierung, hält es für angebracht, täglich und zu einem durch Subventionen verbilligten Preise zu erscheinen.

Märchen-Zerstörer

Drei britische Torpedoboote sind nach Hamburg vorgedrungen – horribile dictu –, und ein britischer Zerstörer war schon eine Woche vorher da, und diese Besuche sind Freundschaftsbesuche, das heißt: sie dienen dem Frieden und sind ganz nebenbei dazu angetan, harmlose Gemüter völlig durcheinanderzubringen.

Österreichs gefährdeter Friede

Bedeutet die Bereitschaft der Sowjetunion, sich mit den Westmächten über einen Staatsvertrag für Österreich zu einigen, daß der Kreml endgültig darauf verzichtet hat, diesen Staat, den letzten freien unter den Nachfolgestaaten der alten Donaumonarchie, zu sowjetisieren? Das Donaubecken hat durch die Geschichte hindurch die Eigentümlichkeit gezeigt, daß es fremde Invasionen anzieht, sobald in ihm keine starke Macht vorhanden ist, die einem Druck von außen Widerstand leisten könnte.

Justiz und Politik

In einem von den Kommunisten inszenierten Prozeß in Ilmenau wurde vor einigen Tagen der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat auf Veranlassung des „Volksstaatsanwalts“ im Gerichtssaal verhaftet und der NKWD ausgeliefert.

Neue Wege

Der Ministerpäsident von Nordrhein-Westfalen hat uns gebeten, die folgenden Zeilen zu veröffentlichen, da eine sinnentstellende Berichterstattung, die in vielen Zeitungen veröffentlicht worden ist, einen völlig falschen Eindruck von seiner Einstellung zu dem deutschen Ostproblem hervorgerufen habe.

Prozeß a la Kravchenko

Der Prozeß, des kommunistischen Senators D’Onofrio in Rom beginnt Formen und Ausmaße des Kravchenko-Prozesses anzunehmen. Natürlich schlägt er im Ausland weniger hohe Wellen, weil er im Grunde nur ein interner „Krach im Hinterhaus“ ist, eine Auseinandersetzung zwischen Italienern und Italienern – aber auch in seinem Vorhofe stehen die Sowjetrussen und ihre bolschewistischen Methoden.

Gefährliche Illusion

Am vergangenen Sonntag hat der französische Außenminister Schuman einen konstruktiven Frieden für Deutschland und eine deutsch-französische Verständigung gefordert.

John Jay McCloy

Die Zeit, da amerikanisches Militär in Deutschland regierte, neigt sich dem Ende zu. An Stelle des Generals wird dieser Tage offiziell der Ziviist die Zügel in die Hand nehmen; statt Lucius D.

Das Land, das auch den Krieg verlor

Wie wunderbar ausgewogen ist doch in Italien das Verhältnis von Natur und Mensch! Wenn man von den Hügeln Toscanas hinabsieht oder durch die Lombardische Ebene fährt, gleicht das Land einem Garten, in dem Menschenhand jede kleinste Ecke bestellt, bearbeitet, nutzbar gemacht hat: die Natur ist vermenschlicht.

Prager Kirchenkampf

Die Heftigkeit, die der permanente Konflikt zwischen tschechische Regierung und katholischer Kirche in den letzten Tagen erreicht hat, läßt befürchten, daß dem Fall Mindszenty nun bald ein Fall Beran folgen wird.

DIE WOCHE

Die Westmächte befänden sich jetzt in Europa in der Offensive, erklärte der amerikanische Außenminister Acheson. Da es nicht gelungen sei, auf der Pariser Außenministerkonferenz die Deutschlandfrage befriedigend zu lösen, unterstreiche er noch einmal, daß es von „äußerster Bedeutung ist, die Ratifizierung des Atlantikpaktes und die Annahme des militärischen Hilfsprogramms für Westeuropa noch in der diesjährigen Sitzungsperiode des USA – Kongresses durchzuführen“.

Nervosität in Teheran

Die Schließung der russischen Konsulate in Iran und die russische Forderung auf Schließung des iranischen Konsulates in Baku ist eine der wenigen Nachrichten, die in der letzten Zeit aus dem Kaiserreich des Mittleren Ostens ihren Weg in die Weltpresse gefunden haben.

„Der wahre Mensch“

Ein sowjetischer Film, der jetzt in Berlin undin der Sowjetzone gezeigt wird, heißt: „Der wahre Mensch“. Ein schönes Thema – so denkt man und möchte die großen Enttäuschungen vergessen, die einmal der russische Film der jüngsten Vergangenheit, seine frühere Großartigkeit bitter verdunkelnd, und zum anderen die sowjetische Wirklichkeit gebracht haben.

Chancen des Lastenausgleichs

Als das Lastenausgleichsgesetz im Dezember 1948 vom Wirtschaftsrat erlassen wurde, haben es. die Geschädigten zunächst in Bausch und Bogen abgelehnt: Man wolle keine „verbesserte Fürsorge“.

USA im Streit mit England

Wenn seit Jahrhunderten Whisky und Tweed in Schottland hergestellt worden sind, so hat das seinen guten Grund, und man sollte höchstens einen Überschuß exportieren, nicht aber, die ansässige Bevölkerung ihrer Erzeugnisse berauben, damit Amerikaner in der kalifornischen Wärme von Los Angeles schottischen Whisky trinken und schottischen Tweed tragen können, die im kühlen schottischen Klima viel nötiger sind.

Eine Raimmund-Oper

Die um wirklich modernes Musiktheater sehr verdiente Wuppertaler Oper hat jetzt eine Uraufführung herausgebracht, die schon durch den Namen und früheren Erfolg des Komponisten zu versprechen schien, daß hier einmal ein neues Werk die ganze Breite des Opernpublikums erreichen werde.

Phantastische Symphonie

Man fürchtet sich immer schon ein bißchen vor Filmbiographien berühmter Musiker, denn das Leben eines musikalischen Genies kommt in der bildlichen Darstellung, meist nur verlogen heraus.

Jean Anouilh im Original

sische, Dichter Jean Anouilh alle seine Stücke zur Uraufführung an Andre 1 Barsacq und dessen die Schule von Charles Dullin und Jacques Copea, eine Erneuerung des Theaters vom Mimus her, ein Theater des entfesselten Schauspielercums.

Erika Müller: Notizen

Der Hamburger Architekt Fritz Höger ist im Alter von 72 Jahren in ’Bad Segeberg gestorben. Fritz Höger kam zu Beginn des Jahrhunderts nach Hamburg und baute unter anderem das Hamburger Chilehaus, den Sprinkenhof, Fabrikanlagen und Schulen.

Mädchen im Schaufenster

Im Schaufenster eines Geschäftes zu Hamburg, mitten im Stadtzentrum, hat man damit begonnen, neben Radiogeräten, Koffergrammophonen und Schallplatten ein junges Mädchen auszustellen.

Vorschlag für ein Filmmuseum

Auf Anordnung der britischen Filmkontrollstellen ist damit begonnen worden, die bis 1945 in Deutschland hergestellten Filme zurückzuziehen.

Pariser Nachtigallen

Der berühmte französische Knabenchor „Les petits chanteurs à la croix de bois“ bereist Deutschland. Nachdem die Sängerknaben, die weiten Kreisen vor allem durch den Film „Der Nachtigallenkäfig“ bekannt wurden, die französische Besatzungszone besucht haben, treten sie in diesen Tagen von Hamburg aus ihre Konzertreise durch die britische und amerikanische Zone an; Mitte Juli werden sie zum Abschluß ihrer Deutschland-Fahrt in Berlin konzertieren.

Furcht verbannt die Farbstoffe

Seit kurzer Zeit ist die Margarine weiß geworden. Ende April teilte Professor Butenandt aus Tübingen mit, daß das Buttergelb, das bisher aus psychologischen Gründen der-Margarine zugesetzt wurde, im Tierversuch krebserzeugend wirkt.

Veruntreuter Himmel

Das kleine norddeutsche Oldenburg ist eine Theaterstadt, der wir ein Kompliment machen müssen: es besitzt ein ausgezeichnetes Theater und ein noch besseres Publikum.

Musikerziehung als Schicksalsfrage

Die Tagung ging in erster Linie die Schul- und Privatmusiklehrer an. Etwa hundert von ihnen waren gekommen. Dazu hatte man 360 Studierende aus westdeutschen Musikhochschulen unter Zuhilfenahme öffentlicher Geldmittel nach Bayreuth gebracht.

Der Maler und der Briefträger

Der Mann hatte schöne grüne Augen mit einer schmalen empfindlichen Braue darüber, und seine Hand, die zärtlich gebogen war, lockte mit runden Fingern.

Der erste deutsche Klassiker

Neben der Zentralgestalt des Goethe-Jubiläumsjahres verdient ein anderer Gedenkanlaß nicht übersehen zu werden. Vor rund zwei Jahrhunderten begann, mit dem Erscheinen der ersten drei Gesänge von Klopstocks Messiade in einer Zeitschrift junger sächsischer Talente, die klassische Zeit unserer deutschen Dichtung.

„Hausvogteiplatz“

Für die deutsche Bekleidungsindustrie und besonders für die Herstellerfirmen von Damenoberbekleidung war der Berliner Hausvogteiplatz bis zum Kriegsende anerkanntes Modenzentrum Von 570 Firmen dieser Branche, die es damals in Deutschland gab, hatten allein 500 ihren Sitz in Berlin.

Verhängnisvolle Spaltung

Nach der „Deblockierung“ Berlins ging ein Aufatmen durch die Spinnstoff Wirtschaft der „Insel“ und auch der russischen Zone.

Wozu modisches Schaffen?

In den nächsten Tagen und Wochen wird in Hamburg, in Düsseldorf und Krefeld und in Frankfurt die Bekleidungsindustrie ihre neuen Modelle für Herbst und Winter ihren Kunden zeigen.

Zwischen Lübeck und Flensburg...

Der Anteil Schleswig-Holsteins an der westdeutschen Bekleidungsindustrie beträgt etwa gleichmäßig nach Umsatz, Maschinenzahl und Beschäftigten rund 5 v.

Engpaß Wolle

Der jüngst veröffentlichte Jahresbericht des Vereins schweizerischer Wollindustrieller enthält aufschlußreiche Angaben über den Weltverbrauch und die Weiterzeugung von Wolle Die Gesamtproduktion an Rohwolle hat danach (1948/49) 3770 Mill.

Textilzentren ohne Zukunft

Cottbus, Forst und Guben waren einst Textilzentren von Weltruf. Heute fallen diese Städte unter das lapidare Gesamturteil: eine Konkurrenz für die westdeutschen und westlichen Textilindustrien stellen fast alle Weberzeugnisse der Ostzone nicht dar.

Textilingenieur-Schule

Die Textilingenieur-Schule in M.-Gladbach-Rheydt hat einen umfassenden Bericht über ihre Entwicklung, über gegenwärtige und zukünftige Ziele herausgegeben.

Das bevorzugte Material

Die moderne Veredlung und Ausrüstung von Geweben hat – nicht zuletzt durch die außerordentliche Entwicklung der Fotochemie – einen Grad erreicht, der es gestattet, Stoffen der verschiedensten Herkunft Ansehnlichkeit, Farbschönheit und „Griff“ zu verleihen.

Start in Herbst und Winter

Zum zweiten Male nach zehnjähriger Unterbrechung zeigt die westdeutsche und Berliner Damenoberbekleidungs-Industrie von Ende Juni ab in Hamburg (27.

Tiefstand überwunden

Aus Kreisen der deutschen Rundfunkindustrie und des Rundfunkhandels kommen in den letzten Wochen verstärkt Nachrichten von sinem Ansteigen des Umsatzes.

Die DLG-Schau in Hannover

Der allgemeinen Vorstellung von der Landwirtschaft entspricht immer noch die altertümliche, traditionsgebundene Form der vorwiegend in schwerer Handarbeit bewirtschafteten Höfe, die um ihr Fernsein von der Technik und damit von der Hast unserer Tage beneidet werden.

„Gesparte“ Möbel

Besondere Verhältnisse haben schon immer zu besonderen Maßnahmen geführt. Und so ist es durchaus verständlich, wenn man sich in einigen Einzelhandelsorganisationen über die Frage der Konsumfinanzierung zur Behebung der Absatzschrumpfung Gedanken machte.

Hamburg rührt sich

Zum erstenmal nach der Währungsreform bereitet Hamburg wieder eine Ausstellung vor. Die Initiative geht von dem Verband des Lebensmittel-Einzelhandels aus, der auf dem Ausstellungsgelände „Planten un Blomen“ vom 9.

Enttäuschung in Brüssel

Prognosen sind Glückssache, vor allem optimistische. „Die Tür des Konferenzzimmer? wird sich erst wieder öffnen, wenn wir uns einig sind.

Pharmazeutischer Großhandel

Auf dem Jahreskongreß des Pharmazeutischen Großhandels im Vereinigten Wirtschaftsgebiet, der unter Vorsitz von Generaldir. Dr.

Anlagekonten ersparen Steuern

Nach der jetzt bekanntgewordenen Anordnung des Direktors der Verwaltung für Finanzen genießen nicht nur die Zeichnungen aus freien Mitteln auf die sechsprozentige Deutsche Reichsbahnanleihe die Steuervergünstigungen für Sonderausgaben.

Die Aachener Quellen sind immer noch heiß

Bildchen ... Werden die Belgier es umtaufen, etwa in Miniaturen Seit mit seinen 597 Einwohnern der Aachener Vorort Bildchen an Belgien fiel, ist die Stadt noch dichter an die Grenze gerückt.

Nationalismus und Frauenfragen

Abschließend berichtet Walther v. Holländer, was er aus ungefähr achttausend Hörerbriefen an den Rundfunk über den Zusammenhang zwischen materieller Not und Nationalismus herauslesen konnte und wie sich die Frauen mit den sie betreffenden Zeitproblemen auseinandersetzen.

St. Georgs-Ritter im Kabarett

St. Georg ist der Ritter, der einen Drachen besiegte. In Hamburg trägt ein Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs seinen Namen.

Er kleidet Königinnen und Filmstars

Als Königin Juliana der Niederlande im vergangenen Jahr ihr Krönungskleid in Basel bestellte, wurde die Aufmerksamkeit der Modeweit auf den 19 jährigen Schweizer Erwin Dolder gelenkt.

Ein Kleid allein ist zu wenig

Alle Frauen, ob schön, ob häßlich – außer vielleicht den ganz exzentrischen, die Zeit und Mühe dafür nicht verschwenden wollen –, alle Frauen haben Freude an der Mode.

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