Man fürchtet sich immer schon ein bißchen vor Filmbiographien berühmter Musiker, denn das Leben eines musikalischen Genies kommt in der bildlichen Darstellung, meist nur verlogen heraus. Auch der französische Titel „La Symphonie Fantastique“ (der deutsche Titel „Symphonie der Liebe“ offenbart genug), der dem Schaffen des Komponisten Berlioz gewidmet ist, macht keine Ausnahme. Zwar ist er reich in den Mitteln der Ausstattung und raffiniert im Atmosphärischen, auch ist Jean Louis Barrault sowohl in der Maske als auch im vulkanischen Temperament Berlioz’ erregender Interpret, und der musikalische Part ist an einigen Stellen ohne Krampf und in herrlicher Wiedergabe gelungen. Aber obwohl das private Leben von Hector Berlioz reich genug ist an Dramatik und empfindsamer Sentimentalität, hat das Drehbuch keine Gelegenheit ausgelassen, facts zu fälschen, um Effekte zu erhaschen. Die Zuschauer schluchzten, ihre Tränen waren echt, obwohl der Film sie in seinem Gemisch von Sentimentalität, historischer Unwahrheit und erregender Musik nur synthetisch erzeugt hatte. (Esplanade Hamburg.)