Aus Kreisen der deutschen Rundfunkindustrie und des Rundfunkhandels kommen in den letzten Wochen verstärkt Nachrichten von sinem Ansteigen des Umsatzes. Erinnern wir um einmal, wie es noch vor drei Monaten in der Rundfunkwirtschaft aussah. In Verbindung mit der ohne Zweifel bestehenden Bargeldknappheit hatten sich Gerüchte über die Auswirkungen des Kopenhagener Wellenplans, die selbst von sogenannten „Fachleuten“ in einer reichlich unverantwortlichen Weise kolportiert worden waren, fürIndustrie und Handel katastrophal ausgewirkt. Selbst eine großzügige Umtauschaktion unter dem Motto „Neu für alt“ und erhebliche Preisermäßigungen konnten die Flaute nicht überwinden.

Das hat sich nun gewandelt, und diese Feststellung dürfte ein positives Zeichen mehr für die künftige Wirtschaftsentwicklung sein. Fachkreise der Rundfunkwirtschaft sind der begründeten Meinung, daß die Krise, der Rundrunkindustrie jetzt ihren Tiefstand überwunden hat. In hohem Maße wird die neigende Nachfrage darauf zurückgeführt, daß die Käufer nun endlich den Gerüchten über das Unbrauchbarwerden der Geräte keinen Glauben mehr schenken und daß das allgemein gesenkte Preisniveau und auch die Finanzierungsmöglichkeiten (Teilzahlung) einen erheblichen Anreiz darstellen. In desem Zusammenhang erfahren wir von der Prilips Valvo Werke GmbH., daß im vergangenen Mai allein von dem Typ „Philetta 1949“ rund 50 v. H. mehr Geräte als im Vormonat abgesetzt werden. Eine noch günstigere Absatzsteigerung lag bei dem Großempfänger dieses Werkes vor. Auch die Telefunken GmbH, berichtet über, eine steile Aufwärtskurve ihres Umsatzes. Die Krise erreichte im April ihren Tiefstand; schon im Mai hatte sich der Telefunken-Geräteumsatz wieder verdoppelt. An der Spitze der Geräte stehs der „Filius*. Das Tempo dieser Entwicklung hat bei Telefunken bereits zum Ausverkauf einiger Typen geführt.

Allgemein wird von allen Unternehmer der deutschen Rundfunk Wirtschaft bestätigt, dat die günstige Tendenz auch im Monat Juni anzuhalten verspricht. Es wäre zu begrüßen, wenn die ersten bescheidenen Erfolge auf ausländischen Märkten dazu führen würden, daß die Werke, die zu Arbeiterentlassungen gezwungen waren, die normale Fertigung wieder anlaufen lassen können.

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