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Anthony Eden entthront. „Tailor and Cutter“, die englische Herrenmodenzeitschrift, gegen deren Urteil es kein Veto gibt, schrieb in ihrer neuesten Ausgabe, daß der „eleganteste gentleman“ Großbritanniens offenbar seinen alten Sinn für Eleganz völlig verloren habe. Der Marquis von Milford Haven wurde an seiner Stelle zum bestangezogensten Mann Englands ausgerufen. Auch der Herzog von Windsor erhielt einen Tadel, weil er erstens keinen Hut trägt, und zweitens größeren Wert auf die Bequemlichkeit als auf den Stil seiner Anzüge lege. Die schärfsten Worte aber fallen über Ernest Bevin. Sein Auftreten, so heißt es, könne den Ruf des britischen Schneiderhandwerks nur schädigen.

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Von hohen Hochzeiten. Spätere Geschichtsforscher werden feststellen können, daß die Menschenanbetung auch im zwanzigsten Jahrhundert wahre Triumphe feierte, in dem allerdings an Stelle des Monarchenkults sehr stark die Anbetung von Filmstars getreten war. Eine besonders günstige Gelegenheit bot sich im Jahre 1949, als ein millionenreicher indischer Prinz eine Hollywooder Filmprinzessin heiratete. Und nachdem diese Hochzeit gerade als ein Weltereignis zelebriert worden war, konnte auch in dem in diesem Jahre an Glanz armen Deutschland die Heirat einer Prinzessin Cäcilie von Hohenzollern mit einem Amerikaner im Scheinwerferlicht aufleuchten. Es wurden sogar ironische Berichte geschrieben und gesendet, deren Autoren offenbar völlig übersehen hatten, daß in einer demokratischen Zeit auch eine Frau aus Fürstenhause heiraten darf, wen sie will; natürlich auch einen bürgerlichen Amerikaner.

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Siehe unter „F“ wie Friedenskonferenz! Der „Christian Science Monitor veröffentlichte in Fortsetzungen das „Lexikon eines Ketzers“, in dem unter anderem folgendes zu finden ist: Friedenskonferenz – Verhandlungen im Kriege zum Zwecke der Feststellung, welche Freunde unsere zukünftigen Feinde sein werden. ERP – Hoffmanns Erzählungen. Fait accompli – Eine Situation, die durch das Gesetz weder vermieden noch verändert werden kann.

Das wär’ ein Gaudi. G. B. Shaw wurde in seinem letzten Interview gefragt, ob er eine lebende oder tote Persönlichkeit nennen könne, mit der er sich gern eine Viertelstunde unterhalten möchte. „Mich interessieren weder tote noch lebende Berühmtheiten“, antwortete Shaw, „aber ich bin überzeugt, daß es Oscar Wilde Spaß machen würde, wenn er sich mit mir eine kleine Weile treffen könnte.“

Wie es euch gefällt ... Ein Streckenwärter in Wisconsin, der vor 12 Jahren von seiner Gesellschaft ermahnt worden war, nicht so lange Berichte über den Zustand der Bahnlinie zu schicken, sandte jetzt, während einer Hochwasserkatastrophe, ein Telegramm an seine Vorgesetzten: „Wo bisher Bahn, jetzt Fluß.“