Vom Hauptverband für landwirtschaftliche Buchführung und Betreuung, der in Goslar eine betriebswirtschaftliche Tagung mit 400 Teilnehmern aus den Westzonen und einigen mitteldeutschen Gästen veranstaltet hat, geht die Feststellung aus, daß die allgemeine Beratung der Bauern durch die Behörden und die Intensivberatung des Einzelbetriebes durch Fachkräfte auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Buchführung gefördert werden müsse. Betont wird dabei, daß als Ziel die Zusammenarbeit der staatlichen und einzelwirtschaftlichen Stellen zu erstreben ist.

Es wird also der Versuch unternommen, diesen Zweig der Kostenrechnung und Buchführung aus seiner Stiefkindrolle – wenn auch bereits 30 000 Betriebe nach einheitlichen Grundsätzen ihre Bücher führen und 300 landwirtschaftliche Buchstellen mit eingearbeiteten Stäben zur Verfügung stehen – zu erlösen; und dies zum Wohle des Bauern, der zusammen mit seinem Wirtschaftsberater damit (nicht nur in gesamt-leistungsschwachen Betrieben) Fehlerquellen in seiner Wirtschaftsführung festzustellen vermag. Auch für die staatliche Lenkung der Erzeugung, nicht zuletzt unter Anwendung der indirekten Methode „leichter Hand“, die kommen und für lange Zeit nicht zu entbehren sein wird, ist eine geordnete Buchführung von Nutzen. Außerdem beginnt die Frage des Landwirtschaftskredits akut zu werden. Zugunsten des Ertragsmoments bei der Kredithergabe und -verwendung ist der Besitzkredit in den Hintergrund getreten. Wie aber sollte eine hieb- und stichfeste Ertragsberechnung möglich sein, wenn nicht der Bauer seinen Betrieb unter Kontrolle hat? –Wei.