Ein ausländischer Geschäftsmann, der vor dem Krieg über 25 Jahre eine Filiale seiner Firma In Deutschland unterhalten hatte, zeigte die begrüßenswerte Neigung, sich jetzt wieder am Einkauf deutscher Exportware zu beteiligen. Zu diesem Zweck wollte er in Berlin ein eigenes Einkaufsbüro eröffnen. Hierzu waren jedoch einige Quadratmeter Raum und außerdem arbeitsamtlich genehmigte Angestellte erforderlich.

Das Westberliner Wohnungsamt, an das er sich zunächst wandte, schickte ihn zuständigkeitshalber zur Zuzugsstelle. Die Zuzugsstelle verwies ihn auf Grund seiner Staatsangehörigkeit an das Ausländeramt. Und dort wurde ihm eine Verfügung vorgelegt, deren Paragraphen einwandfrei entnommen werden konnte, daß in seinem Fall nur die Militärregierung in Hamburg zuständig sei. Das Arbeitsamt verwies ihn zuständigkeitshalber an das Gewerbeaufsichtsamt. Von dort kam er zur Handelskammer, wo ihm ebenfalls eine Verfügung vorgelegt wurde, aus der ersichtlich war, daß in seinem so speziellen Falle allein die Militärregierung zuständig sei (wie immer in Fällen, in denen heute deutsche Stellen nicht Wetter wissen). Nachdem der Geschäftsmann in Berlin und in Hamburg in verschiedenen Stadtteilen und verschiedenen Gebäuden zahlreiche Vorzimmer der Militärregierung durchlaufen hatte, erhielt er endlich die befriedigende Auskunft: Antrag beim Hauptquartier! – Der Antrag wurde gestellt und auch bearbeitet, entschieden und beantwortet. In der Antwort hieß es: „Nach eingehender Prüfung konnte hier festgestellt werden, daß in diesem für Sie speziellen Fall allein die deutschen Behörden und Dienststellen zuständig sind. Sie werden darum ersucht ......“ Mit diesem Schreiben ging der Geschäftsmann wieder zum Wohnungsamt, das ihn zur Zuzugsstelle schickte. Dort wurde er an das Ausländeramt verwiesen, wo man (siehe oben)...

Zur Militärregierung ist der Geschäftsmann dann nicht mehr gegangen, sondern er ist schleunigst wieder abgereist und kauft jetzt woanders ein – leider, denn hier war keiner für ihn zuständig! S.