Wie Österreich die spezifische Gemütstönung des „Wiener Films“ wieder auf den Markt bringt, so verspricht sich die Berolina-Filmgesellschaft von der Zusammenführung einiger im volkstümlichen Sinne berlinischer Schauspieler offensichtlich nicht nur die Zugkraft der Namen, sondern auch den Erfolg jener „Schnauze“, durch die der Berliner unter den Deutschen zwar nicht immer angenehm auffiel, sich aber unweigerlich durchsetzte. Auf Theo Lingen ist die Posse „Nichts als Zufälle“ abgestellt. Zu seinen Spezis gehören unter den Partnern Grethe Weiser, Jacob Tiedtke und – trotz bajuwarischer Abkunft – auch Fritz Kampers. In einem weiteren Ring legt das ehemalige Film- und Theater-Berlin noch Dorit Kreissler, Hans Richter, Else Elster, Gertrud Wolle und Albert Florath um diesen Kern. Doch die Steigerungsform Berlins heißt Amerika. Da das Schnellfeuerwerk der Zungen, wie es Lingen und die Weiser abschießen, akustisch ohnedies filmwidrig ist, entwickelt der Regisseur und Mitautor E. W. Emo aus dem Eiltempo, mit dem Theo, der Unentwegte, durch die Hindernisse des weltanschaulich von ihm geleugneten Zufalls auf seine eigene Hochzeit zukurvt, jene auch in Deutschland nie versagende Grotesk-Komik amerikanischer Filme, die als Klamauk die gröberen Zwerchfelle bewegt. Wie probat diese Mischung ist, das beweisen die Lachsalven des Publikums. (Uraufführung in den Hahnentor-Lichtspielen, Köln). J. J.

*

Man sollte sich nie allein auf die Magie seiner Augen verlassen –: das geht weder bei Frauen noch bei Tigern auf die Dauer gut; eines Tages liegt man tödlich verletzt in der Manege wie der Dompteur Tromba in dem gleichnamigen Film der Camera (Uraufführung im Waterloo-Theater Hamburg) und hat nur noch die Aufgabe, einen ziemlich lang dauernden und reche ergreifenden Filmtod zu sterben. – René Deltgen unterzieht sich freilich beiden (dem Aussenden magischer, Blicke und dem Filmtod) mit der Routine eines alten Schauspielers. Am eindrucksvollsten in diesem Film waren jedoch die ausgezeichneten Aufnahmen des Kameramannes Werner Krien, die zuweilen wie in einer faszinierenden Bildreportage die Atmosphäre des Zirkuslebens herbeizuzaubern verstanden. Regie führte H. Weiß, der für das Tempo und die nötigen dramatischen Zwischenfälle sorgte, von denen das Publikum will, daß sie beim Zirkus passieren. P. Hühnerfeld