Ausländische Geschäftsleute, die die deutschen Westzonen besuchen wollen, haben noch heute mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die uns als Bewohner der westdeutschen Zonen bei einem Besuch der sowjetischen Besatzungszone bevorstehen. Alle Bemühungen des Auslandes, eine Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens zur Erlangung eines Einreise-Permits für die Westzonen zu erreichen, blieben erfolglos. Und wer sich anläßlich der Exportmesse Hannover die Mühe machte, einmal mit Ausländern über diese Frage zu sprechen, konnte eine Fülle berechtigter Vorwürfe hören wegen der merkwürdigen Verschleppung von Einreisegenehmigungen nach Deutschland.

Zu den notwendigen Schritten, diesen Dingen einmal auf den Grund zu gehen, ist es bisher leider nie gekommen. Daher müssen wir einigen schwedischen Geschäftsleuten aufrichtig dankbar dafür sein, daß sie endlich ein offenes Wort über Ihre Erlebnisse gesprochen haben, die sie vor Erlangung der Einreise nach Westdeutschland bei dem alliierten Büro in Stockholm hatten. Beamte des Zweimächte-Kontrollamtes beeilen sich nun mit der Erklärung, Beschwerden der Schweden nachprüfen zu wollen.

Gleichzeitig wird bekannt, daß für deutsche Geschäftsleute eine beschleunigte und vereinfachte Erteilung von Ausreise-Genehmigungen zu erwarten ist. Auch auf diesem Gebiet hatte es viele Klagen gegeben, die bis zu dem Vorwurf einer einseitigen Stellungnahme der alliierten Behörden aus Konkurrenzgründen – reichten. In Zukunft soll die Ausstellung einer Ausreisebefürwortung auf deutsche Dienststellen übergehen. Lediglich die endgültige Genehmigung der Auslandsreise bleibt alliierten Dienststellen vorbehalten. Dem Vernehmen nach kann man sogar mit einer gewissen Verbesserung der Devisenzuteilung für Auslandsreisen rechnen. Von deutscher Seite wird es nur begrüßt werden, wenn als Ergebnis dieser Maßnahmen eine wirklich grundlegende Erleichterung der Auslandsreisen deutscher Geschäftsleute erfolgt. ww.